Die hier gezeigten Arbeiten sind eine Auswahl aus einem klassenübergreifenden
Projekt der 10. Klassen des St.-Viti-Gymnasiums in Zeven.
Es handelt sich um Radierungen (Tiefdruckverfahren), bei denen die bearbeiteten
Stellen der Druckplatte Farbe aufnehmen und in der Druckpresse an das
Papier wieder abgeben, die mit einer Stahlradiernadel als "Vertiefung
hineinradiert" wurde. Das Ergebnis zeigt sich im Druck dann seitenverkehrt.

 

 

Thema: Der Mensch.
Dabei war es den Schülerinnen und Schülern freigestellt dieses Thema nach eigenem Belieben auszugestalten.
Die Ergebnisse reichen von Selbstdarstellungen und Familiendarstellungen, der Wiedergabe historischer Ereignisse, der Verbindung Mensch und Arbeit bis hin zum Thema Mensch und Sport. Auch wurden Liebe, Erotik, Schönheit, Kindheit und Alter, aber auch Einsamkeit thematisiert. Daneben wurden bei einigen Schülerinnen und Schülern als Bildmotiv für die Druckgraphik die vielfältigen Verflechtungen des Menschen zur Werbung oder zur populären Welt zugrunde gelegt.


 

 

Ein Hauptaspekt innerhalb des Kunstunterrichts war die Vermittlung der Technik.
Das Motiv musste zunächst in das vorgegebene Format eingepasst werden.
Gegenüber dem Linolschnitt bietet die Radierung die Möglichkeit graphisch feiner zu differenzieren. Von den Vorlagen ausgehend liegt die Hauptleistung darin, die Grauwerte einer z.B. fotografischen Vorlage in Linien, Konturen und Schraffuren umzusetzen.
Dabei muß zwangsläufig vereinfacht / reduziert werden. Auch zählt es zu den Hauptleistungen, das Motiv /die Figur deutlich vom Hintergrund abzusetzen - also mit den Hell-Dunkelwerten zu arbeiten. Mit der Radiernadel das Motiv in die Radierplatte hineinzuritzen erfordert viel Geschick und Ausdauer. Ein weiteres Problem besteht darin, daß der eigentliche Druck dann seitenverkehrt erscheint.

 

 

 

Zur Technik:
Tiefdrucktechnik:

Der Druck erfolgt von einer Druckform, deren druckende Teile tiefer
liegen als die Oberfläche; die grabenartigen Vertiefungen nehmen Farbe auf
und geben sie unter hohem Druck an das saugfähige (meist angefeuchtete)
Papier ab.
Kaltnadelradierung:
Die Zeichnung wird mit einer spitzen , schneidenden Nadel (Radiernadel)
in eine Metall- oder Kunststoffplatte geritzt;
beim Eindrücken entstehen zu beiden Seiten des Grabens kleine Grate,
die ebenfalls wie die Vertiefung Farbe aufnehmen; auf dem Abdruck
erscheinen dadurch die gezeichneten Linien unregelmäßig, lebendig.
Dunkel zu druckende Flächen werden durch Schraffuren oder Kreuzlagen
paralleler Striche oder durch breitere und tiefere Rillen (Gräben) erzeugt.

Die Drucke wurden dann in Kleinstauflagen bis maximal 5 Drucke pro Auflage gedruckt.
(in der Regel ein bis drei Drucke / teilweise sogar als Unikate)

 

 

 

Obwohl dem technischen Aspekt im Unterricht sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde, zeigen die Ergebnisse, auf welchem künstlerisch hohem Niveau die Schülerinnen und Schüler die Aufgabe angenommen haben; die naturgetreue (nicht abstrakte) Wiedergabe der menschlichen Körper und der weiteren Gegenstände bietet auch dem Laien einen Zugang zum Bild; eine Identifikation / Auseinandersetzung mit dem Bild findet also nicht nur auf
formal-ästhetischer Ebene statt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Bei weiterem Interesse: Kontakt über den Kunsterzieher Michael Reuter am St.-Viti-Gymnasium, Bahnhofstraße 62, 27404 Zeven