Das
St.-Viti-Gymnasium
in der Zeitung
2008

 


Inhalt 2008

(Aus der Zevener Zeitung (ZZ) oder dem Sonntagsjournal der Zevener Zeitung (SJ)
- wenn nicht anders angegeben.)
Die Fotoqualität ist sehr unterschiedlich. (Zeitungsscan oder Originalfoto)


Fleißig auf den Spuren der Helden (ZZ 19.12.2008)
Alle hoffen auf weiße Weihnachten
(ZZ 17
.12.2008)
Weihnachtskonzert im St.-Viti-Gymnasium
(SJ 14.12.2008)
Eine-Welt-AG unterstützt Slum-Kinder in Ecuador
(ZZ 12.12.2008)
Amelie Strunk siegt bei Wettbewerb
(ZZ 12.12.2008)
Klingendes St.-Viti-Gymnasium Zeven (ZZ 05.12.2008)
Aus dem Klassenraum geht es für die Schüler ins Büro
(ZZ 04.12.2008)
Alles für guten Zweck (ZZ 10.10.2008)
Zweideutigkeiten nicht ausgewichen (ZZ 10.10.2008)
Ein Schauspiel für den Frieden
(ZZ 24.09.2008)
St.-Viti-Absoventen treffen sich 20 Jahre nach der Prüfung wieder in Zeven
(ZZ 23.09.2008)
Spätabends gibt es noch Kaffee und Kuchen (ZZ 20.09.2008)
Abitreffen: Jahrgang 1983 trifft sich nach 25 Jahren wieder (ZZ 15.09.2008)
Thomas Kuhn ist der beste Abiturient (ZZ 21.07.2008)
Freiwillig mehr gelernt (ZZ 11.07.2008)
Hunger ist mehr als eine Form der Gewichtsabnahme (ZZ 09.07.2008)
Großer Erfolg für die Schülerfirmen (ZZ 30.06.2008)
Lässig und cool durch das Abitur (ZZ 28.06.2008)
Auf dem Weg ins Berufsleben nur wenig Zeit verlieren (ZZ 27.06.2008)
Was macht eigentlich so ein Fluglotse? (ZZ 26.06.2008)
DELF-Prüfungen motivieren Schüler (ZZ ??.??.2008)
Von Klassik über Jazz bis Rock (ZZ 20.06.2008)
Chemie stimmt auch nach 40 Jahren noch (ZZ 17.06.2008)
Sommerliche Serenade im "Viti" (ZZ 14.06.2008)
Hübsche Männer gesichtet (ZZ 07.06.2008)
Ernste und heitere Momente (ZZ 22.05.2008)
Lehrer dürfen ihre Überstunden abfeiern (ZZ 21.05.2008)
Fünfte Bläserklasse ...(ZZ 20.05.2008)
Republik steht im Zevener Gymnasium vor Gericht (ZZ 15.05.2008)
Neue Räume für Zevener Gymnasiasten (ZZ 09.05.2008)
Lehrer fordern ein Ende der Schlampereien (ZZ 07.05.2008)
Bei Lehrern kocht die Wut
(ZZ 07.05.2008)
Warme Worte und ein Empfehlungsschreiben des Bürgermeisters für Buslotsen (ZZ 06.05.2008)
Wenn Mozart auf das 21. Jahrhundert trifft (ZZ 24.04.2008)

Viel Applaus für beängstigend aktuelles Stück der Theater-AG
(ZZ 28.02.2008)
Turbo-Abitur bremst die Schüler aus - mehrere Artikel (ZZ 23.02.2008)

Musik als Beitrag zur inneren Sicherheit
(ZZ 15.02.2008)
Ernstes Stück soll Publikum fesseln / Schauspielerei als Rausch
(ZZ 29.01.2008)
Moritat von Max Frisch ... Spielplan ... Theater-AG (ZZ 22.01.2008)
Smarte "Jungmanager" im Härtetest (ZZ 19.01.2008)
"Gomora" will Deutschlands beste Schülerband werden (ZZ 03.01.2008)

 


19.12.2008

Samuel Strunck interessiert sich
für die Wahrnehmung von Gefal-
lenen.
Jelena Meichler hat Bürgermeis-
ter Johann Schröder zu ihrem
Thema gemacht.
Nils Schlesselmann muss sich auch
mit theologischen Fragen im Zeit-
zusammenhang beschäftigen.

Fleißig auf den Spuren der Helden
Schüler des St.-Viti-Gymnasiums stellen Pastoren, Soldaten und Widerstandskämpfer vor

Zeven (zi). Vor einem Vierteljahr berichtete die Zevener Zeitung über den von der Körber-Stiftung organisierten Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten, der in diesem Jahr verehrte, vergessene und verkannte Helden als Thema hat. Dafür forschen auch Jugendliche des St.-Viti-Gymnasiums, die in der vergangenen Woche einige Zwischenergebnisse ihrer historischen Projektarbeiten vorstellten.

Svenja Hüning und Sina Böhling (rechts) erforschen gemeinsam die Taten von fünf Menschen im Wider stand gegen den Nationalsozialismus. Fotos: zi

Noch bis zum 28. Februar läuft der Geschichtswettbewerb, an dem am St.-Viti-Gymnasium eine Gruppe von über 20 Schülerinnen und Schülern des 12. Jahrgangs teilnimmt. Betreut werden sie von ihrem Lehrer Stephan Hall, der
auch eine Arbeitsgemeinschaft aus den jüngeren Jahrgängen zu diesem Thema leitet. Denn für den Geschichtswettbewerb wird vor Ort geforscht. Und so machte sich die Schülerschaft auf die schwierige Suche nach Heldinnen und Helden aus der Region.

So stellte Jelena Meichler mit Johann Schröder ihren „Helden“ vor. Der Bundesverdienstkreuzträger war von 1945 bis 1976 Bürgermeister von Wilstedt und „ein Mann von besonderem Format“. Denn neben der Beseitigung der Nachkriegsprobleme, der Integration und Unterbringung der Flüchtlinge, waren beispielsweise Projekte wie die Schaffung der Kanalisation oder die Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ Herausforderungen an diesen „Bürgermeister zwischen Pflicht und Heldentum“.

Für Seija Palmer ist Adolf Kottmeier als engagierter Mensch ihr „Held“.

Samuel Strunck hingegen beschäftigt sich mit der Wahrnehmung von Kriegsgefallenen im Verlauf des zurückliegenden 140 Jahre. Sind die Teilnehmer der beiden Weltkriege (1914-1918 und 1939-1945) und des Krieges gegen Frankreich (1870/71) hierbei Opfer, Täter oder Helden? Dafür untersucht er die zeitgenössische Betrachtungsweise, vergleicht sie mit der heutigen Sichtweise und nimmt eine persönliche Bewertung vor. Seine bisherige These lautet, dass für die Wahrnehmung von Kriegsgefallenen die Bewertung des Konflikts, in dem sie fielen, durch die Gesellschaft wichtiger ist, als die Taten und Opfer der Soldaten.

Ein auch theologisch sehr anspruchsvolles Thema hat sich Nils Schlesselmann gewählt. Er beschäftigt sich mit Ludwig Otto Ehlers (1805-1877). Der Pastor in Sittensen war in den Kirchenstreit seiner immer rationalistischer werdenden Zeit involviert, als es darum ging, welchen Wert und welches Wesen das Kirchenregiment haben sollte.

Ebenfalls einen Mann der Kirche wählte sich auch Seija Palmer als ihren „Helden“. Denn Adolf Kottmeier (1822-1905), der 1862 das Pfarramt in Zeven übernahm und 1874 Superintendent in Rotenburg wurde, gründete dort 1878 den „Verein zur Pflege Epileptischer“. Daraus entwickelten sich die Rotenburger Anstalten, wobei sich Seija auch mit der Frage beschäftigt, ob er nun ein Held oder nur ein engagierter Mensch war, der Opfer brachte, selber verzichtete und anderen Menschen half. Sina Böhling und Svenja Hüning beschäftigen sich gleich mit fünf Personen aus der Zeit des Nationalsozialismus, die alle auf ihre Art gegen das Regime tätig waren. Drei dieser Personen – ein Arzt, ein Wachmann und ein Kriegsgefangener – sind ihre ausgewählten Helden im Lager Sandbostel. Außerdem beschäftigen sich die Forscherinnen mit einem Handwerker aus Bremervörde und einer jungen Frau, die auch am Widerstand der Gruppe „Rote Kapelle“ mitwirkte.

 


17.12.2008

Die Bläserklasse der 6 B brachte mit „Final Countdown“ so manchen Fuß im Publikum zum Wippen.
Katharina Witte mimte die Santa Lucia mit brennenden Kerzen auf dem Kopf.
Fotos: fh

Alle hoffen auf weiße Weihnachten
Traditionelles Weihnachtskonzert findet aus logistischen Gründen wieder in der Pausenhalle des St.-Viti-Gymnasiums statt

Zeven (fh). Nachdem das Weihnachtskonzert im vergangenen Jahr zum ersten Mal nach mehr als 25 Jahren wieder in der Zevener St.-Viti-Kirche stattfand, wurde es aus logistischen Gründen in diesem Jahr wieder zurück ins Gymnasium verlegt. Auch wenn die Pausenhalle nicht einen so schönen Rahmen für das abwechslungsreiche musikalische Programm bildete, so war sie dennoch komplett gefüllt.

„Wir sind wieder in die Schule zurückgekommen, obwohl es in der Kirche sehr schön war. Aber mit so vielen Schülerinnen und Schülern und den Instrumenten ist es für uns hier einfacher“, erklärte Musiklehrer Friedemann Michalek den Rückzug ins St.-Viti-Gymnasium. In diesem Jahr gab es auch zum ersten Mal eine Pause, in der die Zuhörer Gelegenheit hatten, Luft zu holen, und sich mit den von der Schweden-AG vorbereiteten original schwedischen Köstlichkeiten zu stärken Den Auftakt zu dem unterhaltsamen und kurzweiligen Konzert machte die Bläserklasse der 5B.

Mit ihren blankgeputzten und goldgelb glänzenden Posaunen, Hörnern, Klarinetten, Querflöten und Trompeten erfreuten sie das Publikum mit „Frère Jaques“, „Jingle Bells“ oder „Morgen kommt der Weihnachtsmann“. Die Musikklasse begeisterte mit traditioneller ebenso wie instrumenteller Musik und schönem Geang. Auch die Bläserklasse 6B brachte mit „Mack the Knife“ oder „Final Countdown“ so manchen Fuß im Publikum zum Wippen. Und auch wenn hier und da
kleine Malheurs passierten, so gab es vom Publikum dennoch einen kräftigen Applaus. Gemeinsam mit dem Unterstufenchor wurde es bei „Santa Claus is comingto town“ dann wieder weihnachtlich. Und was die hellen Kinderstimmen noch alles so drauf haben, bewiesen sie mit dem traditionellen Lied „S'Rachermannel“, mit „Happy X-Mas“ von John Lennon und „Freiheit“ von Marius Müller-Westernhagen. Kurz vor der Pause gab es neben den akustischen Schmankerln auch noch ein optisches. Mit der Schweden-AG, die auf schwedisch gemeinsam mit dem Unterstufenchor das traditionelle Lucialied vortrug, „schwebte“ eine ganz in weiß gehüllte Santa Lucia mit brennenden Kerzen auf dem Kopf durch den Mittelgang. Ihre Begleiterinnen, ebenfalls ganz in weiß gekleidet, führten vor der Bühne
ein Rollenspiel auf, das die Herkunft und die Bedeutung des Lucia-Festes, das in Schweden am 13. Dezember gefeiert wird, erklärte. Anschließend wurde es sogar noch kulinarisch, denn die Schweden-AG hatte sich mächtig ins Zeug gelegt und für die Pause jede Menge Lussekatter, das traditionelle Safrangebäck, gebacken.

Nach dieser kurzen Unterbrechung näherte sich das Konzert mit der Musikklasse des neunten Jahrgangs sowie dem Mittel- und Oberstufenchor dann auch langam seinem Höhepunkt – dem Auftritt der Big Band. Mit dem traditionellen englischen „Winter Wonderland“ machten die Schüler und Schülerinnen Hoffnung auf weiße Weihnachten und schickten
ihr Publikum in die nahenden Weihnachtsfeiertage.


Das Publikum in der voll besetzten Pausenhalle zollte den 180 Musikerinnen und Musikern mit langem Applaus Respekt.

 


SJ 14.12.2008

Weihnachtskonzert im St.-Viti-Gymnasium

Ein Weihnachtskonzert veranstaltet die Kreismusikschule Rotenburg am Dienstag, 16. Dezember, um 16 Uhr in die Pausenhalle des St.-Viti-Gymnasiums. Schülerinnen und Schüler der Kreismusikschule singen und spielen Weihnachtslieder und vieles mehr. Präsentiert wird ein abwechslungsreiches Programm auf verschiedenen Instrumenten wie Gitarre, Klavier, Blockflöte, Saxofon, Klarinette, Flöte, Trompete und Keyboard. Insbesondere wird ein großes Gitarrenensemble unter der Leitung von Heike Dieckheuer und Andreas Gülzau auftreten. Der Eintritt zu dem Konzert ist frei. Text/Foto: Privat

 


12.12.2008

Jennifer Rehren und Gisela Kopka (vorne) freuen sich über den Spendenscheck, der ihnen von Julian Brandt, Clemens Willenbrock, Sinja Pergande, Anna Sophie Brinkmann, Ankatrin Dohrmann und Florian Präger (von links) überreicht wurde. Foto: tk

Eine-Welt-AG unterstützt
Slum-Kinder in Ecuador
5000 Euro für Hamburger Verein Ojalá gespendet – Geld fließt in Erhalt einer Grundschule

Zeven (tk). Um einen Scheck in Höhe von 5000 Euro entgegen zu nehmen, hatten sich am Donnerstag Gisela Kopka und Jennifer Rehren aus Hamburg auf den Weg zum St.-Viti-Gymnasium nach Zeven gemacht.

Der Besuch am Donnerstag war der zweite innerhalb kürzester Zeit. Denn am Freitag, 28. November, waren sie schon einmal in Zeven gewesen. Gisela Kopka und Jennifer Rehren, die beiden Emissäre des Vereins Ojalá, hatten auf Einladung der Eine-Welt-AG einen Infostand auf dem Eine-Welt-Basar des Zevener Gymnasiums betrieben.

In der Organisation Ojalá e.V., die 1996 gegründet wurde, arbeiten Jugendliche und Erwachsene, die sich mit den sozialen und politischen Problemen in Lateinamerika auseinandersetzen und helfen wollen. Vor allem unterstützt Oja-lá die Schule „Caminito de Jesús“ in Ecuador. Die Grundschule liegt in einem Slum-Gebiet am Stadtrand der Drei-Millionen-Einwohner-Stadt Guayaquil. Die Kinder dort hätten ohne die Hilfe von Ojalá keine
Möglichkeit, eine Schule zu besuchen, denn die Eltern können nicht einmal das Geld für den täglichen Lebensunterhalt aufbringen und staatliche Unterstützung gibt es nicht. Mit 240 Euro kann einem Kind der Schulbesuch für ein Jahr ermöglicht werden.

Der von den Mitgliedern der Eine-Welt-AG unter Leitung von Florian Präger organisierte und von den fünften bis zehnten Klassen des Gymnasiums vorbereitete Basar war zwar gut besucht, die Besucherzahlen blieben indes hinter denen des vorangegangenen Basars 2006 zurück. Als Grund dafür nennt Lehrer Präger die stark gekürzte Vorbereitungszeit und die Tatsache, dass der Basar nur noch am Freitagnachmittag und nicht mehr wie früher auch noch am Sonnabend stattfand. Gleichwohl ist er und sind mit ihm die Schüler der Eine- Welt-AG stolz und dankbar für die Spenden in Höhe von 6400 Euro. Einen Scheck über 5000 Euro händigten die Schüler der Eine-Welt-AG jetzt den beiden Vereinsvertreterinnen aus, die sich riesig freuten und ankündigten, dass das Geld in die dringend erforderliche Renovierung der Grundschule „Caminito de Jesús“ gesteckt werde. Zwischen Florian Präger und den beiden Damen aus Hamburg kam es im Anschluss zu der losen Übereinkunft, den Kontakt zueinander nicht abreißen zu lassen und womöglich gemeinsam ein Sommerfest zu organisieren – vielleicht mit ecuadorianischem Tanz und Essen ...

www.ojala-ev.de

 


 

12.12.2008

Keine leichte Aufgabe für die Jury (im Hintergrund), die Gewinner in den einzelnen Vorlesedisziplinen zu
ermitteln.

Amelie Strunk siegt bei Wettbewerb
Gewinnerin des Vorlesewettstreites am St. Viti-Gymnasium hat eigenen Fanclub mitgebracht – 180 Mitbewerber ausgestochen

Zeven (zi). Internationale Vergleichstests über das Wissen und Können von Schülerinnen und Schülern prägen zurzeit die Schlagzeilen. Wie gut es um die (Vor-)Lesefähigkeiten der rund 180 Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen des St. Viti-Gymnasiums bestellt ist, erfuhr die Zuhörerschaft in der gut gefüllten Aula der Schule.

Denn dort fand die schulinterne Endausscheidung zum 50. Vorle
sewettbewerb unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten statt. „Vorlesen muss man können“ stellte Bundespräsident Horst Köhler in seinem Grußwortzum diesjährigen Jubiläumswettbewerb fest.


Fanclub von Amelie mit Durchhalteparole auf einem Plakat. Fotos: zi

Und wie aufregend das Vorlesen vor einem großen Publikum sein kann, erfuhren Bennet Becker (Klasse 6L1), Jonas Bollmeier (Klasse 6B), Mirko Brandtjen (Klasse 6F2), Sarah Hinrichs (Klasse 6SF), Josie Oetjen (Klasse 6F1) und Amelie Strunk (Klasse 6L2), die sich zuvor in ihren jeweiligen Klassen als die besten Vorleserinnen und Vorleser für die schulinterne Endausscheidung qualifiziert hatten.

Dabei ließen sie nach Auskunft der für die Organisation des Wettewerbs zuständigen Lehrerin Sandra Giörtz rund 180 Mitbewerberinnen und Mitbewerber hinter sich und zeigten ihre Fähigkeiten nun der zum Teil begeistert mit fiebernden Schul-Öffentlichkeit und einer Jury. Diese bestand aus fünf Schülerinnen und Schülern der 12B1, die den Deutschkurs mit erhöhtem Niveau besuchen und nun vor die schwierige Aufgabe gestellt waren, unter den Teilnehmenden aus den sechsten Klassen die Siegerin oder den Sieger zu ermitteln.
Die Bandbreite der von den Vortragenden selbst ausgewählten Bücher reichte vom Krimi über die Fantasy-Geschichte bis zum klassischen Kinderbuch und die Zuhörerschaft aus den sechs 6. Klassen mit einigen Lehrern, den Mitgliedern der Technik-AG – die für Beleuchtung und Ton sorgte –


Die Gewinnerin Amelie Strunk beim Vorlesen.

und anderen Interessierten lauschte gespannt. Denn neben Textgestaltung und Textverständnis ging es auch um die Lesetechnik. Und da fiel jede Pause und jedes Problem mit dem Inhalt sofort auf. Außerdem mussten die handelnden Charaktere herausgearbeitet werden, denn gutes Vorlesen ist eben, wenn sich keiner langweilt.

Und das geschah während der einzelnen Lesungen auch nicht. Denn Lesen ist Kino im Kopf und auch beim Zuhören eine Reise in fremde Welten. Und so hatte die Jury nach einer Pause, die mit musikalischen Einlagen wie dem gemeinsamen Singen von Weihnachtsliedern und einem Chorvortrag überbrückt wurde, das Ergebnis einer schwierigen Beratung zu verkünden. Der erste Preis ging an Amelie Strunk, die aus dem Krimi „Selbst Augenzeugen können irren“ gelesen hatte. Sie erhielt einen Buchgutschein, den sie nun beim Landkreis Rotenburg einlösen kann. Und auch für die andern Teilnehmenden der Endausscheidung gab es Präsente.

ZUM THEMA

Der Vorlesewettbewerb wird seit 1959 jedes Jahr vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Zusammenarbeit mit Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und sonstigen kulturellen Einrichtungen veranstaltet. Er steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und zählt zu den größten bundesweiten Schülerwettbewerben. Fast 700.000 Schülerinnen und Schüler beteiligen sich jedes Jahr an dem Lesewettstreit. Mitmachen können alle Schülerinnen und Schüler der 6. Schulklassen. Wer gerne liest und Spaß an Büchern hat, ist dabei eingeladen sein Lieblingsbuch vorzustellen und eine kurze Passage daraus vorzulesen. Und die Chance auf einen Gewinn besteht auch noch. (zi)

 


 

05.12.2008


Die Blechbläser der Big Band haben sich in einer intensiven Probenphase auf das Konzert im St.-Viti-Gymnasium vorbereitet
.

Klingendes St.-Viti-Gymnasium Zeven
Weihnachtskonzert am 15. Dezember – 175 Schüler musizieren gemeinsam in der Pausenhalle

Zeven (js). Mit der Anzahl der Teilnehmer von etwa 175 Schülerinnen und Schüler übertrifft das diesjährige Weihnachtskonzert am Montag, 15. Dezember, ab 18 Uhr im St.-Viti-Gymnasium alle bisherigen Schulkonzerte der jüngeren Vergangenheit.

Daher findet es auch entgegen anders lautenden Ankündigungen wieder in der Pausenhalle des Gymnasiums und nicht wie im vergangenen Jahr in der Kirche
statt. „Der umfangreiche logistische Aufwand bei dieser großen Teilnehmerzahl hat uns zu diesem Schritt zurück in unsere Schule bewogen“, erläutern die ausrichtenden Musiklehrer Friedemann Michalek, Dirk Seidel und Mandy Kraatz.

Dennoch soll der bisherige Zeitrahmen des Weihnachtsvorspiels von etwa 100 Minuten nicht überschritten werden und eine straffe Programmfolge für Kurzweil sorgen. Alle Schülerinnen und Schüler, die sich momentan in zwei Bläserklassen, zwei Musikklassen, zwei Chören und der Big Band musikalisch verwirklichen, werden nach Auffassung der Musiklehrer angemessen zu ihrem Recht kommen und genügend Gelegenheit haben, die musikalischen Ergebnisse der intensiven Probenarbeit der vergangenen Wochen zu präsentieren.

Dazu gehörte auch eine zweitägige Musikfreizeit im November in der Jugendherberge Müden, wobei jedoch keine Freizeit genossen, sondern über viele Stunden gesungen und mit den Instrumenten musiziert wurde. Vor dem Konzert und während einer kurzen Pause mittendrin besteht Gelegenheit, schwedisches Weihnachtsgebäck und alkoholfreien Weihnachtspunsch zu kaufen, wofür die Schweden-AG unter Lehrerin Friederike Matzen verantwortlich zeichnet. Der Eintritt zu dieser Weihnachtsmusik ist frei.

 


 

04.12.2008


Tim Kleefeld lobt seine netten Kollegen bei der Mapa.

Carolin Mahnken (17) erarbeitet Baupläne am Computer. Fotos: pr

Aus dem Klassenraum geht es für die Schüler ins Büro
Elftklässler des St.-Viti-Gymnasiums schnuppern ins Berufsleben hinein – Viele neue Eindrücke

Zeven (pr). Die Zevener Zeitung hat Schüler der Klasse 11a des St.-Viti-Gymnasiums Zeven, die ein zweiwöchiges Betriebspraktikum machen, an ihren Arbeitsplätzen besucht und sie über ihre Eindrücke befragt.

Dabei kam heraus, dass alle befragten Schüler ohne Ausnahme sehr zufrieden mit ihrem gewählen Beruf waren. Janis Gabers (17) machte ein Praktikum bei der Nordmilch und es gefiel ihm dort sehr gut, weil die Nordmilch ein großer Betrieb ist, wo immer „viel los“ ist, wie Janis sagte. Er hat zwar nicht richtig gearbeitet, aber viel gelernt und geguckt, wie die Firma und der Arbeitsablauf funkionieren. Seine Arbeitszeit war von 6 Uhr morgens bis 14 Uhr. Das hieß für ihn sehr früh aufzustehen, schon um kurz nach Fünf und mit dem Fahrrad jeden Morgen von Heeslingen bis nach Aspe zu fahren. Janis hatte Gelegenheit, zwei Tage in jede Abteilung hineinzuschnuppern und er hat schon eine Ahnung davon, dass er später einen Beruf machen möchte, der in Richtung Verwaltung geht, vielleicht auch bei der Nordmilch, wenn sie ihn denn nehmen.

Tim Kleefeld (18), der bei der Mapa ein Praktikum macht, teilte der ZZ mit, dass er jetzt genau das macht, was er später auch einmal beruflich machen möchte. Tim arbeitet in der EDV-Abteilung und ist dort sehr zufrieden. Er sagte, dass die Kollegen sehr nett seien und es ihm dort viel Spaß gemacht habe. Dort beschäftigte er sich in erster Linie mit dem Computer. So richtete er Computer ein und kümmerte sich um die Lösung von Soft- und Hardware-Problemen. Seine Arbeitszeit war von 8 bis 15.30 Uhr mit einer halben Stunde Mittagspause. Schon vor dem Praktikum bei der Mapa hatte er etwas Ahnung von Computern, aber dort hat er noch viel mehr gelernt. Ebenfalls bei der Mapa war die Praktikantin Anna-Lena Recht, aber nicht in der EDV-, sondern in der Marketing-Abteilung. Da bearbeitete sie Reklamationen über Produkte, die die Mapa eingekauft hat und mit denen es irgendwelche Probleme gibt. Außerdem machte sie Büroarbeiten, wie Rechnungen abheften, Ordnerrücken drucken und so weiter. Die Arbeit gefällt ihr, und sie denkt darüber nach, etwas Derartiges auch später als Beruf zu machen.

Die Schüler-Praktikanten sind aber nicht nur in großen, sondern auch in kleinen Firmen tätig, wie beispielsweise Carolin Mahnken, die bei dem Architekturbüro „Norddeutsche Bauernsiedlung“ in Zeven ein Praktikum absolviert. Dort erstellt sie Baupläne für Häuser und andere Gebäude. Ihre Arbeitszeit ist von 7.30 bis 17 Uhr, freitags bis 14 Uhr, mit einer Mittagspause von einer halben Stunde. Carolin möchte auch gerne einen Beruf ausüben, der in Richtung Architektur geht. Wir besuchten auch Friederike Bauer, die in der Grundschule Klostergang ihr Praktikum machte. Dort arbeitete sie wie eine Betreuerin, half den Lehrern und Lehrerinnen und gab selber Unterricht. Sie arbeitete von 7.50 bis 12.50 Uhr und machte Pause von 9.50 bis 10.10 Uhr und von 11.50 bis 12.05 Uhr. Später möchte sie als Grundschullehrerin arbeiten.

Ich selber, Pedro Quintero, der Verfasser dieses Berichtes, machte zwei Wochen lang ein Praktikum bei der Zevener Zeitung. Ich arbeitete in der Lokalredaktion und fand es dort ganz gut und interessant. Meistens musste ich Artikel, so wie diesen hier, schreiben und auch Fotos und Interviews machen für die Artikel. Ich arbeitete von 9 Uhr morgens bis ungefähr 16 Uhr und hatte Mittagspause von 12.30 bis 14 Uhr. Später, nach meinem Schulabschluss, möchte ich vielleicht einmal etwas in Richtung Unternehmens-Kommunikation machen.

 


 

30.11.2008 SJ

Auch der Verkauf von Keksen diente dem guten Zweck. Foto: zi

Alles für guten Zweck
„Eine-Welt-Basar" zu Gunsten eines Projektes in Ecuador

Zeven (zi). „Ojala" ist das spanische Wort für „hoffentlich". Und „Ojala e.V." lautet der Name des 1996 in Hamburg gegründeten Vereins, der das Schulprojekt „Caminito de Jesus" in einem Armenviertel der ecuadorianischen Stadt Guayaquil unterstützt und nun am Freitagnachmittag Partner des diesjährigen „Eine-Welt-Basar" des St.-Viti-Gymnasiums war.

Hunderte von Gästen, Schülerinnen und Schülern sowie Mitglieder des Kollegiums füllten am Freitagnachmittag das St. Viti-Gymnasi-Um, als der traditionelle „Eine-Welt-Basar" stattfand. Gleich im Eingangsbereich informierten zwei Vertreterinnen des diesjährigen Partnerprojektes - zu dessen Gunsten die erzielten Einnahmen Verwendung finden sollen - über die unterstützte Schule und den daran angeschlossenen Kindergarten. Leider war das Interesse an ihren interessanten Auskünften nicht so groß, wie der Zulauf in den gleich drei Casinos und Spiele-Cafes. Zudem wetteiferten ein internationales Büfett, eine Vielzahl von Cafes und mehrere Stände mit Kuchen oder Crepes um das Geld des Publikums. Und sogar eine sogenannte „Fressbude" fand sich im Angebot, was einen erwachsenen Besucher und ehemaligen Schüler zu der kritischen Anmerkung „Essen gegen den Hunger und Glücksspiel gegen die Armut" veranlasste. Negativ fielen ihm ebenfalls die gleich drei Karaoke-Angebote auf, in denen - ähnlich wie im Fernsehen - zum Beispiel der „Waffelstar" gesucht wurde und man seine Sangeskünste beweisen konnte.

Aber es gab in der Mehrzahl auch besonders gelobte Offerten wie zum Beispiel einen Fußpfad, lateinamerikanische Musik, akrobatische Vorführungen in der Gymnastikhalle, Torwandschießen auf dem Pausenhof, ein Glücksrad mit attraktiven Preisen, hörenswerte Musikeinlagen in den Nebengängen oder eine Parodie auf Lehrer im Kunstraum.

Im „Schloss Dracula" er
schreckten zudem gruselige Gestalten die Besucher, selbstgebastelte Papierprodukte wie Postkarten, Lesezeichen und Schachteln suchten in der Pausenhalle ihre Abnehmer und überall wurde um großzügige Spenden gebeten.

Ob bei der Tombola oder im „Momo-Projekt", in dem sich zwei 5. Klassen mit Fragen zum Thema „Zeit" beschäftigt hatten: Überall wurden engagiert Zuwendungen für die 365 Kinder, die zur Zeit die Schule und den Kindergarten im „Caminito de Jesus" besuchen, gesammelt. Und hoffentlich ist am Freitagnachmittag davon einen beachtliche Summe zusammen gekommen. Denn der Sinn der Veranstaltung war sicherlich die Unterstützung des „Ojala e.V.", auch wenn so mancher Kenner der alten „Dritte-Welt-Basare" den damals deutlicher sichtbaren Zusammenhang mit dem unterstützten Projekt und Land vermisste und sich zum Teil eher auf einem „Jahrmarkt für einen guten Zweck" glaubte.

 


 

10.10.2008

Die Männer versuchen es in ihrer Verzweiflung mit Gewalt, doch die Frauen bleiben am Ende Sieger.

Die Plastikeimer dienen zum Löschen und als Schlagzeuge. Fotos: fh

Zweideutigkeiten nicht ausgewichen
Seminarfächer Darstellendes Spiel und Musik bringen "Lysistrata" auf die Bühne - Premiere ausgesprochen gelungen

Zeven (fh). Auch wenn es dieses Mal nicht die Theater-AG war, die die Bühne im St.-Viti-Gymnasium zum Leben erweckte, so war das Schauspiel der beiden Seminarfächer Darstellendes Spiel und Musik dennoch ähnlich beeindruckend. Die Anti-Kriegs-Komödie um Liebe, Lust und Krieg des griechischen Dichters Aristophanes lässt die Zuschauer trotz des Humors nachdenklich zurück.

Athen, in der Nähe und auf der Akropolis, um 410 v.Chr. Die Frauen haben den seit 20 Jahren nahezu ohne Unterbrechung wütenden Bruderkrieg zwischen Athen und den Städten des Peloponnes gründlich satt - aber was tun? Lysistrata (Katharina Door und Lena Wagner) beschließt mit den Frauen aus ganz Hellas, den kriegssüchtigen Männern so lange den Beischlaf zu verweigern, bis wieder Frieden herrscht. Die Frauen schwören schweren Herzens Enthaltsamkeit und verbarrikadieren sich auf der Akropolis, die ganz passend durch aufgetürmte Schuhkartons symbolisiert wird. Empörte Männer versuchen die Streikenden auszuräuchern, doch die "Feuerlöschbrigade" löscht im Takt trommelnd auf ihren Wassereimern, die kurzerhand zu Percussion-Instrumenten abgewandelt wurden, das Feuer.

Kinesias legt einen gekonnten Strip hin, um seine Herzallerliebste zu beeindrucken - vergeblich.

Die Frauen auf der Burg hatten Spaß daran, die Männer in Hitze zu bringen, um sie dann genauso wenig an sich heranzulassen wie den Ratsherrn an die Kriegskasse. Dabei konnte es natürlich nicht zimperlich zugehen und so zeigte sich die aristophanische Derbheit voller sexueller Anspielungen und Zweideutigkeiten, denen das Ensemble nicht auswich.
Die Männer in ihrer Not versuchen es mit Gewalt, überfallen die Frauen und kämpfen zur Musik von "Mission Impossible". Und genau das ist dieser Akt für die verzweifelten Männer auch - eine unmögliche Mission.

Lächerliche Kampfhähne
Sie unterliegen den Frauen und wirken wie lächerliche Kampfhähne, die ihre Kriege als folgerichtige Umsetzung der naturgegebenen männlichen Aggressivität legitimieren und sich selbst auf ihr herausragendes Merkmal reduzieren: den Phallus. Doch auch die Frauen kreisen um ihren Körpermittelpunkt, das lebensspendende und lebenserhaltende Zentrum, um das sich alles dreht. Einige Frauen versuchen mit den abstrusesten Ausreden von der Burg zu ihren Männern oder Liebhabern zu flüchten. Kinesias (Ewald Kohls) setzt auf eine andere Strategie: Zu dem sinnlich vom Band gehauchten "Voulez-vous coucher avec moi ce soir" legt er mit flottem Hüftschwung einen angedeuteter Strip hin, der seine Frau Myrrhine (Wiebke Schubert) schwach machen soll.
Doch die konnte der Versuchung widerstehen und bald können die triebgeplagten Männer ihre Situation nicht mehr ertragen und kapitulieren. Der Sieg der Liebe und der Vernunft wird mit einem Festmahl und Dank an die Götter gebührend zu flotter Musik gefeiert.

Stimmige Untermalung
Insgesamt eine gelungene Premiere des kurzweiligen Stückes, das nicht nur durch die guten Leistungen der Darsteller überzeugte, sondern auch durch die stimmige Untermalung mit Live-Musik der Schüler aus dem Seminarfach Musik. Die vielfältigen Regieeinfälle zeigten sich als stimmungsförderndes Glanzlicht am Rande, das gemeinsam mit der sprachlich sehr griffigen und modernen und dennoch lyrischen Übersetzung von Erich Fried aus der Triebverhinderung einen beträchtlichen komödiantischen Lustgewinn für das Publikum machte.

Zeitlos aktuell
Auch wenn "Lysistrata" bereits vor rund 2400 Jahren aufgeführt wurde, so entbehrt es doch nicht einer gewissen Aktualität. Mit Sexentzug können zwar keine Kriege verhindert werden, doch soll das Stück die allgegenwärtige Notwendigkeit betonen, gegen Kriege zu kämpfen.

ZUR PERSON

Aristophanes (* um 448 v. Chr. in Athen; † um 385 v. Chr. ebenda) war ein griechischer Komödiendichter. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der griechischen Komödie, insbesondere der Alten Komödie, und des griechischen Theaters überhaupt. Über sein Leben ist wenig bekannt. Er schrieb 44 Stücke.


 

24.09.2008


Die Frauen schwören Lysistrata (rechts), sich ihren Männern zu entziehen, bis endlich wieder Frieden herrscht. Fotos: fh
Ein Schauspiel für den Frieden

Seminarkurse des St.-Viti-Gymnasiums bringen „Lysistrata" auf die Bühne - Frech, anzüglich und nachdenklich

Zeven (fh). Obwohl das Theaterstück des griechischen Dichters Aristophanes schon gute 2500 Jahre auf dem Buckel hat, ist es doch heute noch ebenso so aktuell wie damals. Die 35 Schüler der Seminarfächer „Darstellendes Spiel" und „Musik" haben sich zusammengetan und bringen das Schauspiel in moderner Adaption am 8. und 9. Oktober jeweils um 20 Uhr auf die Bühne.

Die Komödie „Lysistrata" muss als Protest gegen den Krieg verstanden werden. Das dahinter verborgene Motiv des geltenden Frauen- und Männerbildes in der Gesellschaft, die Emanzipation ebenso wie die Unterdrückung, aber auch der alte und neue Feminismus wurde immer wieder in Operetten, Filmen, Hörspielen oder auch Comics aufgegriffen. Und sogar ein 1918 entdeckter Asteroid wurde nach der Titelfigur „Lysistrata" benannt.

„Dabei ist es natürlich utopisch zu glauben, dass sich Kriege durch sexuelle Enthaltsamkeit verhindern lassen", sagt Gabi Reetz. Dennoch sei der Stoff von Aristophanes ein sehr starkes Frauenstück, humorvoll, ebenso modern wie zeitlos und voller sexueller Anzüglichkeiten, aber keinesfalls vulgär. Sei Mai bearbeiten die Schüler des 13. Jahrgangs dieses Bühnenwerk trotz Klausuren und Vorabiturstress. Die zwei Wochenstunden reichen für ein solch umfangreiches Projekt allerdings keinesfalls aus, schließlich muss geprobt und immer wieder geprobt werden, damit bei der Premiere am 8. Oktober auch alles wie am Schnürchen klappt. „Jetzt haben aber alle den Anspruch, nichts Halbes auf die Bühne zu bringen", betont Gabi Reetz, die auch dieses Mal wieder als Regisseurin dabei ist und den Jungschauspielern viele Anregungen und Tipps mit auf den Weg gibt.


Gabi Reetz (links) und Iris Hörtzsch gaben viele Tipps und Anregungen.

Für ein paar Tage hat sie sich dafür zudem noch tatkräftige Unterstützung von der freiberuflichen Theaterpädagogin Iris Hörtzsch aus Hannover geholt, die sich die Proben als Außenstehende an sieht. Die Theaterpädagogin griff gezielt ein, korrigierte Position, Lautstärke, aber auch Gestik der Schauspieler, um das Stück so lebensecht und realistisch wie möglich wirken zu lassen. Und das nicht etwa über den Kopf der jungen Leute hinweg, sondern gemeinsam mit ihnen in einer kreativen Diskussion. Und gar nicht so selten war sie von den Leistungen der Schüler über aus begeistert. „Sehr schön die Szene, wunderbar." Das Zusammenspiel aus Gabi Reetz und Iris Hörtzsch war dabei sicherlich für alle Teilnehmenden befruchtend, ob für die Darsteller oder die Musiker der Seminargruppe „Musik", die das Bühnenwerk unter der Leitung von Friedemann Michalek mit Schlagzeug, E-Bass, einer Cajon, einem aus Kuba stammenden Musikinstrument, Keyboard, Gesang und einfachen Plastikeimern, die kurzerhand zu Percussion-Instrumenten umfunktioniert werden, szenengerecht vertonen. Und das kann mal laut sein, wie die Kampfszene, die mit der Titelmusik des Films „Mission Impossible" untermalt wird, aber auch mit ganz sanften Tönen, die die Szene leise im Hintergrund begleiten.

Und schon die Proben ließen erahnen, dass am 8. und 9. Oktober um 20 Uhr zwei rasante und humorvolle, aber gleichzeitig auch tiefsinnige Aufführungen auf das Publikum warten, die zum Lachen genauso wie zum Nachdenken anregen.

ZUM THEMA

Die Anti-Kriegs-Komödie „Lysistrata" von Aristophanes thematisiert den Kampf der Frauen gegen die Männer als Verursacher von Krieg und dem damit verbundenem Leid. Lysistrata ist entschlossen, dem kriegerischen Treiben der Männer im inzwischen 20 Jahre andauernden peloponnesischen Krieg ein Ende zu setzen. Sie ruft die Frauen aus ganz Hellas zusammen und schlägt ihnen vor, ihren kriegssüchtigen Männer den Beischlaf strikt zu verweigern, bis wieder Frieden herrscht. Die Frauen schwören Enthaltsamkeit und verbarrikadieren sich auf der Akropolis. Doch sie lassen ihre Männer auch mit der Arbeit um Haus und Hof, dem Putzen, Waschen und der Sorge um das Essen und die Kinder allein - darüber hinaus beschlagnahmen sie auch noch die Kriegskasse. Die Männer sind erschüttert und sehen die Grundlagen der heiligen Ordnung bedroht. Nach einigen Verwicklungen und Rückschritten - mehrfach versuchen liebestolle Frauen, die Burg in Richtung der Männer zu verlassen, oder die erbosten Herren, selbige zu erstürmen - führt der Liebesentzug tatsächlich zum Erfolg und es kommt zu Friedensverhandlungen, zur Versöhnung der Gegner und schlussendlich zu einem großen Friedensfest. (fh)

 


 

23.09.2008

St.-Viti-Absoventen treffen sich 20 Jahre
nach der Prüfung wieder in Zeven

Zeven (zi). Fast 70 ehemalige Abturientinnen und Abiturienten des ursprünglich über 110 Absolventinnen und Absolventen umfassenden Jahrgangs 1988 des St. Viti-Gymnasiums trafen sich am Samstagabend im Ringhotel Paulsen zum Wiedersehen nach zwanzig Jahren. Knapp vier Wochen vorher hatten sich nach Auskunft des Organisationsteams - das bereits vor rund einem Jahr mit den ersten Vorbereitungen zu diesem Treffen begonnen hatte – allerdings noch keine 30 Personen für die Veranstaltung angemeldet. Doch in den letzten Tagen entschloss sich der Großteil der ehemaligen „Vitianer“ des Abschlussjahrganges 1988 dann doch noch zu einer Teilnahme an dem Treffen. Auf dem gelungenen Abend trafen sie auch einige ihrer damaligen Lehrer, die es sich nicht nehmen ließen, die Veranstaltung mit den Ehemaligen zu verbringen und gemeinsam mit ihnen bis in den frühen Morgen zu feiern. Foto: zi

 


 

20.09.2008

Spätabends gibt es noch Kaffee und Kuchen
Elf Schülerinnen des Zevener St.-Viti-Gymnasiums gehen mit ihrer Lehrerin im schwedischen Skara auf die Suche nach Kulturunterschieden

Zeven/Skara (ZZ/ak). Elf Schülerinnen des elften Jahrgangs und ihre verantwortliche Lehrerin machten sich in diesem Herbst auf den Weg in die schwedische Partnerstadt Skara. Schon die Fahrt mit dem Zug, mit etlichen Umstiegen war für alle aufregend. Auf der letzen Teilstrecke zwischen dem schwedischen Nässjö und Skövde, dem Ausstiegsbahnhof, wurden die Teilnehmerinnen zunehmend aufgeregter.
Eine ganze Woche würden sie alleine in einer fremden Familie in einem für die meisten völlig fremden Land leben. Viele Schülerinnen hatten bereits vorher einen e-mail-Kontakt aufgebaut, doch ein wenig Restspannung war immer noch vorhanden.
Elf junge schwedische Schüler und Schülerinnen standen am Bahnhof und fieberten der Ankunft der deutschen Austauschschüler entgegen. „Welche Sprache werden wir sprechen? Reichen die Deutschkenntnisse aus oder kann man sich auf Englisch unterhalten?" Zwei Minuten nach Ankunft wurde es bereits deutlich: es sollte ein Gemisch mit dem Schwerpunkt auf dem Englischen geben.
Nach einem Kennenlerntag in den Familien startete am Sonntag bereits das offizielle Programm mit einer Fahrt in die drittgrößte Stadt Schwedens. Die Stadt Göteborg wurde zu Fuß bei strömendem Regen erkundet und fand dann einen trockenen Abschluss im Universeum, einem naturwissenschaftlichen Museum, in dem unter anderem die verschiedenen Landschaftsformen Schwedens, mit den entsprechenden Tieren und Pflanzen, aufgebaut waren.

Ab Montag ging es dann in die Schule. Einige der schwedischen Schülerinnen und Schüler hatten ausschließlich englischsprachigen Unterricht, da sie an dem internationalen Baccaulerate-Programm teilnahmen. Für die deutschen Schülerinnen war das interessant, da sie dem Unterricht gut folgen konnten. Besonders begeistert waren sie vom Psychologieunterricht, aber auch die praktischen Unterrichtsfächer wie Tanz und Clown-Schule wurden begeistert mitverfolgt.
Der Höhepunkt des Schulalltags war jedoch der Besuch der „musikfaktory". In einem sehr modern ausgestatteten Extragebäude wurden die Schüler unterrichtet, die das beliebte Musik- und Produktionsprofil gewählt hatten. Nachdem alle Lehrer, Schüler und Besucher die Schuhe im Eingang abgestellt hatten, das Gebäude ist nämlich „schuhfrei", konnten die Gastschülerinnen die zahlreichen lärmgeschützen Ensemble-Räume, Studios, und mit Computern ausgestatteten Kompositionsräume bewundern und wurden schließlich mit Hilfe von Keyboard, E-Gitarre, Gesang und Schlagzeug in die Grundzüge des Blues eingeführt.
Nach zahlreichen Programmpunkten, wie dem Stadtrundgang mit dem Aufstieg auf die Türme des Doms, dem Empfang bei der Bürgermeisterin Charlotte Nordström und der Kanufahrt auf einem nahe gelegenen Fluss, ging es mit vielen Eindrücken wieder nach Hause.
Was ist anders in Schweden? Das war die Frage, die immer im Raum stand.

„Die Schule ist viel entspannter, viel kleinere Klassen, eine modernere Ausstattung, alle duzen sich, viel mehr Platz, die Schüler bekommen Bücher, Stifte und Hefte gestellt, eine tolle Schulmensa und -Cafeteria und die Schüler sprechen besser Englisch, wir sind aber besser in Mathematik", so das Fazit.

„Viele Schüler haben jedoch eine weite Anfahrt, der Fernseher und die Lampen sind in den Familien den ganzen Tag an. Außerdem gibt es spätabends noch Kaffee und Kuchen", so die Schülerinnen über die auffälligen Unterschiede, die am Ende der Woche mit nach Hause genommen werden.


15.09.2008

Abitreffen: Jahrgang 1983 trifft sich nach 25 Jahren wieder

Zeven (zi). Über 90 der ehemals rund 130 Absolventen des Abiturjahrgangs 1983 des St.-Viti-Gym-nasiums trafen sich am Sonnabend zum ersten Mal nach 25 Jahren wieder und hatten viel Spaß dabei. Am Nachmittag gab es die Möglichkeit zur Besichtigung der alten Schule, in der sich einige durch An- und Umbauten kaum noch auskannten. Doch das Organisationskomitee hatte Führungen organisiert, die neben Schulleiter Elmar Wagener auch von Mitgliedern des damaligen Kollegiums durchgeführt wurden. Oder die ehemaligen „Vitianer" ließen sich die Gebäude von ihrem ehemaligen Mitschüler Michael Reuter zeigen, der inzwischen selber Lehrer am St.-Viti-Gymnasium ist. Am Abend trafen sich die ehemaligen Schüler in Brauel zum gemütlichen Beisammensein. Dort gab es neben einem gemeinsamen Essen auch Preise und Erinnerungsgeschenke. Voraussetzung für einen Gewinn war beispielsweise die schnellste Anmeldung oder die weiteste Anreise. Während die Organisatoren hierbei noch einen ehemaligen Mitschüler, der nun in der Nähe von Bordeaux beheimatet ist, als Favoriten gesehen hatten, erlebten sie eine Überraschung: Gegen Canberra in Australien konnte auch der französische Wohnort nicht mithalten. Foto: zi

 


21.07.2008

Für das landesweit beste Abitur bekam Thomas Kühn am Freitag von Direktor Elmar Wagener ein Buch über den römischen Dichter Ovid geschenkt. „Der wird bestimmt noch mal berühmt", mag der Schulleiter über seinen Musterschüler gedacht haben. Wir behalten den weiteren Werdegang des St.-Viti-Absolventen jedenfalls im Blick. Foto: tk

Thomas Kuhn ist der beste Abiturient
Kultusministerin zeichnet St.-Viti-Absolventen aus

Zeven (tk). Thomas Kuhn hat das landesweit beste Abitur hingelegt. Mit 827 von 840 möglichen Punkten steht er an der Spitze derer, die vor drei Wochen die Gymnasien mit dem Abschlusszeugnis verlassen haben. Am Mittwoch zeichnet Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann den Zevener aus.

Thomas Kuhn hat in sämtlichen Abiturprüfungen die Höchstpunktzahl 15 erreicht. Er ist für ein Stipendium vorgeschlagen. Er hat während seiner Schulzeit bereits Unterricht in Latein erteilt. Und jetzt ist die Ministerin auf ihn aufmerksam geworden. Am vergangenen Mittwoch hat Thomas Kuhn einen Brief von ihr erhalten. Elisabeth Heister-Neumann lädt ihn zu sich nach Hannover ein, um ihm einen Bildungsgutschein in Höhe von 1000 Euro zu überreichen - als Anerkennung dafür, dass er der beste niedersächsische Abiturient ist.

Thomas Kuhn ist in der Situation, Komplimente weiterzugeben: Er ist am Freitag noch einmal an die ehemalige Wirkungsstätte zurückgekehrt, um vom Direktor des St.Viti-Gymnasiums Elmar Wagener ein Buchgeschenk in Empfang zu nehmen und um zu loben. Anteil an seinem Erfolg habe die Schule, haben die Lehrer. Er sei stets gefördert und gefordert worden. Lange Weile sei nicht aufgekommen, sagt er. Einig sind sich Wagener und Kuhn in der Einschätzung, dass herausragende Leistungen auch an einem „Provinz-Gymnasium" möglich sind.

 


11.07.2008

46 Schülerinnen und Schüler des St.-Viti-Gymnasiums erhalten Diplome des französischen Kultusministeriums.

Freiwillig mehr gelernt
46 Schüler des St.-Viti-Gymnasiums erhalten Diplome des französischen Kultusministeriums

Zeven (zi). 46 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 8 bis 11 des St.-Viti Gymnasiums haben jetzt besondere Auszeichnungen erhalten. Sie gehören zum ersten Prüfungsdurchgang an der Schule, dessen Teilnehmer nun die vom französischen Kultusministerium übersandten DELF-Diplome erhielten.

DELF-Prüfungen (Diplome cTEtudes en Langue Francaise) sind nach Auskunft der Lehrerin Kathrin Wedemeyer, die am Gymnasium für die Fachgruppe Französisch die Organisation der Examen übernommen hat, standardisierte Prüfungen, mit denen der Gebrauch des Französischen in realistischen Situationen des täglichen Lebens überprüft wird.

Diese jungen Damen sorgten für die musikalischen Einlagen im Rahmen der kleinen Zeremonie.
Fotos: zi

Diese Sprachdiplome, die weltweit anerkannt und lebenslang gültig sind, gibt es seit dem Jahr 1985. Die Bescheinigungen gibt es in unterschiedlichen Niveaustufen von A bis C, wobei zwischen allgemeiner, selbstständiger und kompetenter Sprachverwendung unterschieden wird. Bei jeder DELF-Prüfung kann ein unabhängiges Diplom erworben werden, für das zuvor die Fertigkeiten im Hören, Sprechen, Lesen und Schreiben überprüft werden. Die Bescheinigungen ersetzen an vielen Universitäten die Spracheignungsprüfungen, und die Schülerinnen und Schüler haben mit ihrem erfolgreichen Abschneiden bei den Tests außerdem bewiesen, dass sie die Fähigkeit besitzen, die französische Sprache im beruflichen Umfeld angemessen zu verwenden.

Positiv ist nach Informationen von Kathrin Wedemeyer auch der Umstand, dass durch die Teilnahme an den DELF-Prüfungen insgesamt gesehen die Sprachsicherheit und die schriftliche und mündliche Flexibilität im Umgang mit der Sprache gefördert wird.
Organisiert werden die Prüfungen zentral von den Volkshochschulen und zertifiziert vom französischen Kultusministerium. Die Vorbereitung auf die Prüfungen erfolgte am St.-Viti-Gymnasium von den Lehrkräften des Fachbereiches Französisch, wobei sowohl die Schülerinnen und Schüler, als auch die Lehrkräfte diese Vorbereitungen freiwillig und zusätzlich zum üblichen Arbeitspensum leisteten. Alle der insgesamt 46 Teilnehmenden (17 Jungen und 19 Mädchen) bestanden ihre Tests mit zum Großteil sehr guten Ergebnissen in allen Teilprüfungen.

Auf Seiten der Volkshochschule organisierte deren Mitarbeiterin Marina Feldmann die Prüfungen und so überreichten sie, Kathrin Wedemeyer und Schulleiter Elmar Wagener die Diplome. Während der von vier Schülerinnen musikalisch untermalten Zeremonie übergab Elmar Wagener auch zwei Blumensträuße an die Organisatorinnen und freute sich in seiner kurzen Ansprache über die Erfolge „in der ungeliebten Fremdsprache."

An die erfolgreichen Teilnehmenden an den DELF-Prüfungen richtete er die aufmunternden Worte: „Ihr seid die Vorboten derer, die hoffentlich noch in großen Scharen nachfolgen werden!" Denn auch in Zukunft soll dieses attraktive und empfehlenswerte Angebot den interessierten Schülerinnen und Schülern offeriert werden.


09.07.2008

Die Schüler der eine-Welt-AG legen unter den Augen von Florian Präger (hinten) letzte Hand an ihren Text zum thema Weltnahrungskrise. Foto: tk

Hunger ist mehr als eine Form der Gewichtsabnahme
Eine-Welt-AG des St.-Viti-Gymnasiums beschäftigt sich mit der Weltnahrungskrise

Zeven (ZZ/tk). In den zurückliegenden Wochen ist in den Medien viel über das Thema Weltnahrungskrise geschrieben und gesprochen worden, ohne dass dabei die Zusammenhänge schlüssig erläutert wurden. Diesen Versuch unternehmen jetzt die Schüler der Eine-Welt-AG des St.-Viti-Gymnasiums unter Leitung ihres Lehrers Florian Präger.

Anna Sophie Brinkmann, Merlin Barkowsky, Annkatrin Dohrmann, Wieland Kümmel, Mareike Brunkhorst, Kyra Hülsebusch, Jana Müller, Anna Manken, Friederike Otten, Julian Brandt und Clemens Willenbrock, die meisten von ihnen sind Mittelstufenschüler, bilden die Eine-Welt-AG. Sie haben sich das Frühjahr hindurch dem Hunger in der Welt zugewandt.

Im Unterricht wird das Thema erst in höheren Klassenstufen aufgegriffen. Daher haben sie sich zunächst auf das Internet gestürzt, in der Hoffnung, dort auf Informationen zu stoßen, die ihre Fragen beantworten werden. Im Verlauf ihrer Recherchen am Bildschirm stellten sie jedoch fest, dass das Thema Hunger vor allem mit Übergewicht und Diät in Verbindung steht und auf entsprechende Seiten führt.

Erst auf den Internetseiten der Hilfsorganisationen wie der Welthungerhilfe wurden sie schließlich fündig und waren überrascht, wie viele Menschen auf der Erde Hungers leiden. Im Anschluss schwärmten sie aus, um Mitschüler aus allen Klassenstufen zu befragen, was sie über die Welthungerkrise wissen und wie sie darüber denken. Auf den folgenden Zeilen versuchen die Schüler, das Thema umfassend zu behandeln. Sie schreiben: „Vorab haben wir einige wichtige Informationen zu diesem Thema zusammengestellt.


Was ist Hunger überhaupt?
Hunger ist eine unangenehme körperliche Empfindung, die Men-schen und Tiere dazu veranlasst, etwas zu essen.
Der tägliche Energiebedarf eines fylenschen liegt bei durchschnitt-h'ch 2200 Kilokalorien. Zur Veran-sjchaulichung: 100 Gramm Kartof-fjelchips haben bereits 582 Kilokalorien. (Wer sich also abends vor cjem Fernseher eine 250-Gramm-Tüte einverleibt, der hat 1475 Kalorien aufgenommen und damit iwei Drittel seines täglichen Bedarfs gedeckt - allerdings nur den an Kalorien. Mit gesunder Ernährung hat das nichts zu tun.)
Alle Nahrungsmittel, die es weltweit gibt, würden reichen, um jeden Erdenbürger täglich mit 2700 Kilokalorien zu versorgen. Das ist mehr, als man braucht. Trotzdem leiden heute rund 800 Millionen Menschen (das sind etwa 15 Prozent der Weltbevölkerung) an Unterernährung.

Während wir in Deutschland jeden Tag pro Person etwa 3500 Kilokalorien zu uns nehmen, herrschen in 88 Ländern auf der Erde Hunger und Unterernährung.
Die Zahl der Hungernden ist seit 1970 insgesamt zurückgegangen, das gilt jedoch nicht für Schwarzafrika. Dort steigt die Zahl der unterernährten Menschen stark an. Heute sind bereits 175 Millionen Menschen davon betroffen. 2010 werden es Prognosen zufolge rund 300 Millionen Menschen sein.

Eine weitere Frage lautete: Warum gibt es Hungersnöte?
Eine Ursache ist die schnell wachsende Weltbevölkerung. Auch die steigenden Preise für Grundnahrungsmittel wie beispielsweise Reis (um 70 Prozent gestiegen), Mais (um 100 Prozent gestiegen) und Getreide (um 120 Prozent gestiegen) tragen zur Nahrungsmittelknappheit gerade der armen Bevölkerung bei.
Darüber hinaus treiben Börsenspekulationen auf Nahrungsmittel die Preise noch weiter in die Höhe. Viel diskutiert wird auch über den Anbau von nachwachsenden Rohstoffen zur Energieerzeugung. Gerade in Entwicklungsländern gehen durch deren Anbau wichtige Flächen für die Nahrungsmittelerzeugung verloren.
Des Weiteren tragen auch Naturkatastrophen, wie Dürren und Hochwasser in wichtigen Anbaugebieten zur Nahrungsmittelknappheit bei.
Was unsere Mitschüler zu diesem Thema sagen: Eine Frage bezog sich auf die Zahl der täglich an Hunger sterbenden Menschen. Die Schüler schätzten diese Zahl meist mit 10 bis 100 Menschen pro Tag als viel zu gering ein. Des Weiteren haben wir nach den Ursachen für Unterernährung gefragt. Als häufigste Ursache wurde Armut genannt. Manche Schüler wiesen aber auch auf die soziale und wirtschaftliche Benachteiligung der Entwicklungsländer als Folge des Kolonialismus hin.


Spenden reichen nicht
Zum Schluss fragten wir, was man aus Sicht der Schüler gegen die Hungerkrise tun sollte? Dabei schlugen fast alle Schüler Spenden als geeignetes Mittel vor.
Wir sind jedoch der Auffassung, dass Spenden alleine nicht der richtige Weg sind. Gerade wir in den Industrieländern müssen unser Ernährungsverhalten überdenken, wenn die Nahrungsmittel für alle Menschen reichen sollen."
Nachdem sich die Schüler mit dem Thema befasst haben, ziehen sie für sich das persönliche Fazit: Fortan werden sie bewusster mit Nahrungsmitteln umgehen und Verschwendung vermeiden.
Die Eine-Welt-AG unterstützt als nächstes Projekt den Bau von Schulen in Ecuador. Dazu findet im November der Eine-Welt-Basar statt, den die AG-Angehörigen gemeinsam mit Florian Präger vorbereiten werden.



30.06.2008


Der erste Preis über Euro 250 ging an die Schülerfirma der Carl-Friedrich-Gauß-Hauptschule aus Zeven. Die Vielseitigkeit, das Engagement, der geschäftliche Erfolg und die große Zahl der aktiv mitarbeitenden Schüler hatten die Entscheidung beeinflusst. Fotos: ak

Großer Erfolg für die Schülerfirmen
Dritter, zweiter und erster Platz gehen an Kivinan-Bildungszentrum, St.-Viti-Gymnasium und Gauß-Hauptschule

Zeven/Rotenburg (ZZ/ak). Gibt es eine bessere und sinnvollere Maßnahme zur Berufsvorbereitung als die Arbeit in Schülerfirmen? Diese Frage wurde auf der Abschluss-Veranstaltung der Initiative „Schülerfirmen.com" in Rotenburg mit einem klaren Nein beantwortetet. Die vorderen Plätzen gingen dabei an Zevener Schulen.

Claus Richter, Projektbetreuer und Initiator des Projektes, hatte die von ihm betreuten Schülerfirmen zum Ende des Schuljahres zu einer Abschlussveranstaltung eingeladen. Die Stadtwerke Rotenburg, vertreten durch Geschäftsführer Peter Möhl, erwiesen sich als hervorragender Gastgeber für die 107 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Nach einem interessanten Einführungsvortrag von Möhl über die Stadtwerke und die Hintergründe der Energieversorgung gab Richter einen Überblick über die Arbeit und Erfolge des abgelaufenen Schuljahres. In elf Schulen im Landkreis wurden insgesamt 36 Schülerfirmen betreut. Die erfreuliche Entwicklung der steigenden Zahl von Neugründungen von Schülerfirmen hält schulübergreifend weiter an.

So präsentierten sich auf der Veranstaltung drei Hauptschulen, eine Realschule, drei Gymnasien und zwei Berufsbildende Schulen mit insgesamt 33 Schülerfirmen. Voller Spannung und Interesse wurden die vielseitigen Darbietungen verfolgt und mit viel Applaus bedacht. Bevor es dann letztlich zur Preisverleihung kam, machte


Der zweite Preis über 200 Euro wurde den Schülerfirmen Viticciono, Vitisano und Grips für deren Engagement und Erfolg von Christoph Reuther überreicht.

Richter deutlich, wie schwer eine gerechte Beurteilung bei der Bewertung zu erreichen ist. Zu einen ist eine möglichst große Teilnehmerzahl von Schülern die in das Projekt eingebunden werden ebenso hoch zu bewerten wie das Interesse und Engagement der Schüler.

Auch der direkte Nutzen für die Schule durch handwerkliche Arbeiten als Haustechnik, wie soziales Engagement in
der Altenbetreuung, eine gesunde Pausenversorgung und Nachhilfe für die Schüler sind wichtige Aspekte. Natürlich spielen auch wirtschaftlicher Erfolg und Gewinn eine wichtige Rolle. Daneben dürfen in einem einheitlichen Wettbewerb die schulischen und altersbedingten Unterschiede nicht unberücksichtigt bleiben.

So wurde die Entscheidung der Jury über die Preisverleihung von allen Beteiligten als gerecht und zufriedenstellend betrachtet. Einen Sonderpreis über 50 Euro, gesponsert von der RWF gewann CoMoServ vom Gymnasium Bre-mervörde, wie auch die Fintau-Schule Lauenbrück für ihr großes Engagement.
Der dritte Preis über 100 Euro wurde dreimal verliehen. Einmal an das Ratsgymnasium Rotenburg mit der langjährig erfolgreichen Firma in vierter Generation You-Com , sowie an die Schülerfirma der Theodor-Heuß-Schule Rotenburg und an die Firma Wechselstoff des Kivinan-Bildungszentrums in Zeven.
Der zweite Preis über 200 Euro, gesponsert von der Stadt Zeven, ging an das St.-Viti-Gymnasium Zeven mit den Schülerfirmen Viticciono, Vitisano und Grips für deren Engagement und Erfolg. Christoph Reuter, Wirtschaftförderer der Samtgemeinde Zeven, überreichte den Preis.

Der ersten Preis, gestiftet vom Bürgermeister der Stadt Rotenburg über Euro 250, wurde von Detlef Eichinger persönlich überreicht an die Carl-Friedrich-Gauß-Hauptschule aus Zeven. Die Vielseitigkeit, das Engagement, der Erfolg und die große Zahl der aktiv mitarbeitenden Schüler hatten die Entscheidung beeinflusst.

Besonderer Dank ging an die Sparkassen Rotenburg-Bremervörde und Scheeßel, die neben ihrem Engagement als Hauptsponsor mit einen kleinen Überraschungsgeschenk den Schülern viel Freude bereiteten. Auch die Mapa GmbH Zeven hatte durch ein Sponsoring zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen.

Gäste aus Güstrow, der Partnerkreisstadt des Landkreises, zeigten sich von den dargebotenen Leistungen ebenso beeindruckt wie die anwesenden Sponsoren, und sprachen ihre Hoffnung auf eine Fortsetzung des Projektes aus.

 


28.06.2008

48 Schülerinnen und Schüler waren zu den Prüfungen angetreten, und alle kamen durch. So präsentiert sich der Jahrgang vollzählig. Fotos: tk

Lässig und cool durch das Abitur
48 Schüler verlassen das St.-Viti-Gymnasium mit dem Abschlusszeugnis - Keiner strauchelt beim Prüfungsmarathon

Zeven (tk). Einer der kleinsten Abiturjahrgänge hat gestern das St.-Viti-Gymnasium verlassen. 48 gut gelaunte junge Frauen und Männer nahmen ihre Abschlusszeugnisse entgegen. Mit auf den Weg bekamen sie wohl gemeinte Ratschläge, gute Wünsche und je eine Rose.


E. Wagener

Dass Kritik an ihnen geübt wird, dass sie auf die Schippe genommen werden, dass man sie nicht sonderlich ernst nimmt - diese unschönen Erlebnisse brauchen Lehrer, die Gymnasiasten zum Abitur führen, heute nicht mehr zu fürchten. Dieser Tage sind die Abiturienten dankbar - das brachten am gestrigen Vormittag die drei Jahrgangssprecher Anna Quell, Rarsten Müller und Kerstin Eckhoff mehrmals zum Ausdruck.

Töne, die weniger harmonisch klangen, hatte zuvor Schulleiter Elmar Wagener angeschlagen und an die Adresse der Politik gerichtet. Er wandte er sich im Verlauf seiner Begrüßung der Hauptaufgabe zu, die Schule zu erledigen hat: Wissensvermittlung.
Um diesen E. Wagener Auftrag erfüllen zu können, müssten jedoch gewisse Voraussetzungen geschaffen sein - als da wären: Qualifiziertes Personal in ausreichender Zahl, weniger Schüler pro Klasse, keine Außenstellen, um nur einige zu nennen. Auch das Zentralabitur nahm er zum Anlass für einen kurzen Exkurs: Es biete den Vorteil der Vergleichbarkeit zwischen den Leistungen, die an den niedersächsischen Gymnasien gezeigt werden. Und das


Für musikalischen Schwung sorgte die Big Band des Gymnasiums.

wiederum mache es erforderlich, dass sich Schulleitungen und Kollegien regelmäßig fragen, ob die bislang eingeschlagenen Lehr- und Lernwege etwas taugen, „oder, ob wir Zeit vertändelt haben"?

Bevor sich die Sprecherin des Schulelternrats, Manuela Martens, an die Abiturienten wandte, war Direktor Wagener darauf eingegangen, dass auf den seit Jahrzehnten kleinsten Abiturjahrgang mit 48 Schülern Jahrgänge mit dreimal so vielen Schülern folgen werden.

Die Schulabsolventen 2008 dürften nach dieser „ersten Lebensleistung" ruhig Stolz sein, meinte die Elternsprecherin, um anschließend daran zu erinnern, dass „Erfolg nur im Duden vor Fleiß" steht. Die Schule sei bislang deren Lebensinhalt gewesen. Doch auch, wenn nun ein neuer Lebensabschnitt beginne: das unablässige Lernen bleibe ihnen erhalten, gab sie den Abiturienten ebenso mit auf den Weg wie die besten Wünsche.
Nachdem der Mittel- und Oberstufenchor unter Leitung von Dirk Seidel das Lied „Irish Blessing" gesungen hatte,


Kerstin Eckhoff


M. Martens

zeichneten die drei Jahrgangssprecher ein Profil jeder der drei Profilklassen. Rarsten Müller kokettierte damit, dass Mädchen angeblich den Jungs an Kreativität überlegen und mit mehr Talent für Sprachen gesegnet seien. Gleichwohl bekannte er, dass er all diese und verwandte Klischees bestätigen könne. Die vergangenen beiden Jahre in der „Profilklasse A" seien eine „wunderbare Zeit" gewesen, schloss Müller. Ähnlich selbstironisch blickte Anna Quell auf sich und ihre Kameraden in der gesellschaftswissenschaftlichen Profilklasse. Wer meine, dieses Profil wählten nur Unentschlossene, die kein Faible für Sprachen und eine Abneigung gegenüber Mathematik erkennen lassen, der liege zwar nicht ganz falsch, müsse aber zur Kenntnis nehmen, dass die Schüler aus dem „Profil B" ihr Halbwis­sen zu einer profunden Allgemeinbildung zusammengefügt haben.

Eltern, Lehrer und Mitschüler amüsierten sich auch bei der an eine mathematische Funktionsuntersuchung angelehnte Charakterisierung, die Kerstin Eckhoff für das mathematisch/naturwissenschaftliche „Profil C" vornahm. Sowohl sie als auch ihre beiden Vorredner schwärmten von den Kursfahrten nach London und in die Toskana.

Zu der harmonischen Stimmung in der Aula des Gymnasiums passte die musikalische Einlage der Schul-Big-Band, die unter Leitung von Friedemann Michalek auch schon die Entlassungsfeier eingeleitet hatte.

Gänzlich ohne Ironie und Süffisanz dafür um so wahrhaftiger trat der Schulleiter vor die Abiturienten. Mit den Worten Ken Cardigans riet er: „Erkenne, wo du stehst, wo du hin willst. Mache deinen Plan und dann geh." Das sei zwar einfacher gesagt als getan und könne doch als Lebensmotto dienen, meinte Wagener.


Karsten Müller


Anna Quell

Bislang sei es den Abiturienten darum gegangen, Grenzen auszuloten und sich Freiheiten zu nehmen. Sie seien stets lässig und cool damit beschäftigt gewesen, nichts zu verpassen. Er gehe davon aus, dass sie noch mehr mit sich vorhaben im Leben, mutmaßte Wagener und mahnte: Jetzt gehe es darum zu merken, woher der Wind weht. Er wünschte den Schulabsolventen ein selbstbestimmtes Leben mit Mühen und Erfolg, damit es nicht im Sande sich vorhaben im Leben, mutmaßte Wagener und mahnte: Jetzt gehe es darum zu merken, woher der Wind weht. Er wünschte den Schulabsolventen ein selbstbestimmtes Leben mit Mühen und Erfolg, damit es nicht im Sande verläuft.
Die Überreichung der Abiturzeugnisse garnierten Annette Moitje und Stephanie Gerlach vom Förderverein, indem sie Rosen verteilen. Die Big Band beendete die Entlassungsfeier, der noch weitere Feten folgen.

 


27.06.2008

Die Schulzeit am Zevener St.-Viti-Gymnasium haben sie genossen, und jetzt blicken diese Abiturientinnen und Abiturienten selbstbewusst und durchaus optimistisch in ihre berufliche Zukunft. Hinten von links: Jannis Wiegers, Hendrik Kapahnke, Bastian Bauer und Thomas Kühn. Vorne von links: Kerstin Eckhoff, Constanze Böttcher und Anna Quell. Foto: ak

Auf dem Weg ins Berufsleben nur wenig Zeit verlieren
Abiturienten wollen sofort mit dem Studium anfangen - oder vorher den Zivildienst absolvieren

Zeven (ak). Selbstbewusst und optimistisch kommen sie daher, die Absolventen des Zevener St.-Viti-Gymnasiums. Zwei aus jedem Profil und der Jahrgangsbeste führten am Tag vor der heutigen Entlassungsfeier ein Gespräch mit der Zevener Zeitung, schilderten ihre genauen Pläne für den Einstieg in das Berufsleben. Und dabei wollen sie alle so wenig Zeit wie möglich verlieren.

Thomas Kuhn hat ein glattes Abitur hingelegt. Eine schlichte l steht bei der Durchschnittsnote, ohne irgendeine Ziffer hinter dem Komma. Dessen ist er sich auch durchaus bewusst. Er kommt aus dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Profil und wird bereits im August seinen Zivildienst bei der Kreisarchäologie in Rotenburg antreten. Im Selbststudium wird er sich während dieses Dienstes auf das Graecum vorbereiten, das er im Februar 2009 ablegen will.
Zum Wintersemester 2009 will Thomas Kuhn mit dem Lehramtsstudium beginnen, vorzugsweise an der Universität in Göttingen, der er einen guten Ruf bescheinigt. Seine Fächer Latein und Physik sind an den Schulen Mangelfächer. Dennoch will er nach dem Abschluss des Studiums prüfen, ob er auch andere Optionen neben dem Lehrerberuf hat. „Bei der Kombination und meinem Notendurchschnitt dürfte das kein Problem sein", sagte er selbstbewusst.
Bastian Bauer hat das gesellschaftswissenschaftliche Profil absolviert. Er wird im Juli mit seinem Freund Hendrik Kapahnke nach New York fahren, um dort gemeinsam das Business-Englisch aufzufrischen. Im August folgt ein vierwöchiges Praktikum bei der Bremer Landesbank. An den folgenden Zivildienst in Gyhum soll sich ab Wintersemester 2009 das BWL-Studium anschließen.
Hendrik Kapahnke kommt aus dem Sprachen-Profil. Nach dem Aufenthalt in New York wird er ein Praktikum bei einer Hamburger Event- und Marketing-Agentur absolvieren, um ab September
ebenfalls Zivildienst in Gyhum zu leisten. Zum Wintersemester 2009 wird er sein wirtschaftswissenschaftliches Studium beginnen, mit dem Schwerpunkt Marketing und Management.
Jannis Wiegers hat das mathematisch-naturwissenschaftliche Profil absolviert, damit aber nach eigener Einschätzung nicht zu 100 Prozent seine idealen Fächer getroffen. Am 1. August, also ohne Zeitverlust, wird er in Kiel ein Studium im Wirtschaftsingenieurwe-sen beginnen. Parallel dazu wird er in der Firma Fricke in Heeslin-gen ausgebildet.
Anna Quell war mit ihrer Wahl des gesellschaftswissenschaftlichen Profils vollkommen zufrieden, denn es entsprach auch ihren beruflichen Neigungen. Sie wird in Kiel oder Göttingen mit dem Studium der Geschichte und Kulturanthropologie - volkstümlich als Völkerkunde bezeichnet - beginnen. Seit ihrem Praktikum im Bre-mervörder Bachmann-Museum hat sie den Wunsch, später selbst in einem Museum zu arbeiten, um durch diese Tätigkeit das Interesse der Gesellschaft an Geschichte und Völkerkunde zu wecken und zu stärken.

Constanze Böttcher hat das Sprachen-Profil als jüngste Schülerin des Jahrgangs absolviert. Sie wird ebenfalls Berufsausbildung und Studium prallel absolvieren. Am 1. August wird sie bei der Hamburger Sparkasse anfangen und gleichzeitig auf einer Berufsakademie studieren. Ihr Schwerpunkt im BWL-Studium soll Bankwesen und Finanzen sein; danach will sie - eventuell im Ausland - auch noch ihren Master machen.

Kerstin Eckhoff hat das Lernen im mathematisch-naturwissenschaftlichen Profil entspannt erlebt. Sie war eines von vier Mädchen, bei insgesamt nur 13 Schülern in diesem Bereich. Dadurch habe man in komfortablen Lerngruppen arbeiten können, berichtete sie im ZZ-Gespräeh. Sie wird am 1. Oktober eine Ausbildung als medizinisch-technische Assistentin (MTA) beginnen.

 


26.06.2008


Günter Fischer (links) versorgte die Schüler mit Informationen zum Studium. Foto: tk

Was macht eigentlich so ein Fluglotse?
Gymnasiasten informieren sich über Berufe

Zeven (tk). Der Weg zum Traum­beruf führt zuweilen über verschlungene Pfade. Davon bekamen am Dienstag und am gestrigen Mittwoch rund 200 Schüler des 11. und 12. Jahrgangs des St.-Viti-Gymnasiums einen Eindruck. Im Verlauf der beiden Berufsinformationstage konnten sich die angehenden Abiturienten über nahezu 60 verschiedene Berufsfelder informieren.

Die Premiere ist gelungen. Erst­mals hatten Elternvertreter die Berufsinformationstage am St.-Viti-Gymnasium organisiert - mit Erfolg. Mit Unterstützung von Dirk Röver, dem als Lehrkraft des Gymnasiums während der zurückliegenden Jahre die Vorbereitung der Berufsinformationstage anvertraut gewesen war, hatten drei Mütter und ein Vater - Annette Strunk, Stephanie Gerlach, Martina Flicke und Nico Eijsink - diese Aufgabe übernommen.
Mit dem Ziel, den Schülern des 11. und 12. Jahrgangs möglichst viele Berufe vorstellen zu können, hat­ten sie 60 Referenten eingeladen, die am Dienstag- und Mittwochvormittag aus ihrer täglichen Arbeit erzählten, ihren eigenen Werdegang schilderten und eine theoretische Einführung in das Berufsbild gaben.
Die Außenstelle des Gymnasiums an der Godenstedter Straße war da­für an beiden Tagen reserviert. In den acht Klassenzimmern der ehemaligen niederländischen Prins-Willem-Alexander-School traten acht Referenten zeitgleich ans Pult, um die interessierten Schüler mit Informationen zu versorgen, ihnen auf Fragen zu antworten und ihnen Anregungen für die Berufswahl zu geben.
Und den Schülern wurde fürwahr ein breites Spektrum geboten: Es ging das ABC rauf und wieder run­ter. Die Gymnasiasten gewannen Einblicke in den Beruf des Agrarwissenschaftlers (Anno von Lenthe), des Bankkaufmanns (Andreas Kröger), der Diätassistentin (Claudia Brandt), des Forstwirts (Siegfried Rakowitz), des Mediengestalters (Thomas Flachsbarth), des Theologen (Thomas Rothe), des Softwareentwicklers (Malte Eschner) oder des Zahnarztes (Märten Jan Lindemann).

Lehrer und Personalmanager, Archäologe und Fluglotse, Journalist und Versicherungskaufmann, Psychologe und Hebamme, Rechtsanwalt und Politiker, Schauspieler und Architekt, Schiffbauingenieur und Polizist Controller und Soldat waren weitere Berufe, die im Rahmen der Informationstage präsentiert wurden. Und die Schüler nutzten das Angebot - wann hat man in Zeven auch schon die Gelegenheit, mit einem Fluglotsen oder einem Archäologen ins Gespräch zu kommen?

Sozusagen gewürzt wurden die Berufsinformationstage mit der Anwesenheit von Günter Fischer, dem Berater für akademische Berufe bei der Agentur für Arbeit in Stade. Er versorgte die Oberstufenschüler mit Wissenswertem über Ausbildungs­und Studienmöglichkeiten nach dem Abitur, über Bachelor- und Masterstudiengänge, über duale Studiengänge, Kosten, Voraussetzungen und Studienfächer. Parallel dazu führte Fischers Kollegin Petra Klose-Garte ein zweitägiges Seminar zur Berufsfindung durch.
Und - quasi als Sahnehäubchen - hatten die Schüler des 12. Jahrgangs am Dienstag- und Mittwochmittag die Gelegenheit, sich mit Gerd Hachmöller, dem Wirtschaftsförderer des Kreises über selbständiges Unternehmertum zu unterhalten. Jetzt gilt es, die geballte Information zu filtern, um eine Vorauswahl für den künftigen Weg zu treffen.

 


??.??.2008

Diese 19 Schülerinnen und Schüler legten die weltweit anerkannte Prüfung auf dem Niveau A1 ab. Fotos: ak

DELF-Prüfungen motivieren Schüler
Neue Kooperation zwischen St.-Viti-Gymnasium und Volkshochschule

Zeven (ZZ/ak). Erstmalig haben Schülerinnen und Schüler des St.-Viti-Gymnasiums so genannte DELF-Prüfungen abgelegt. DELF bedeutet Diplome d'Etudes en Langue francaise. Das sind standardisierte Französischprüfungen, die den Gebrauch des Fran­zösischen in vielfältigen realistischen Situationen des alltäglichen Lebens überprüfen.

Im ersten Durchgang nahmen 44 Schülerinnen und Schüler teil, von denen 19 die weltweit anerkannte Prüfung auf dem Niveau AI und 27 auf dem Niveau A2 ablegten. Im Vorfeld war viel Organisation notwendig. Im Gymnasium kümmert sich Kathrin Wedemeyer um das Ausfüllen der Anmeldungen, das Einsammeln der Prüfungsgebühr und um die fachliche Vorbereitung auf die schriftliche und mündliche Prüfung.

Die Prüfungsorganisation selbst obliegt einem Prüfungszentrum, in diesem Fall der Volkshochschule Zeven mit Marina Feldmann. Auch hier gab es viel zu tun. Von dem Versand der Anmeldungen über Hannover nach Paris,

Diese Gruppe absolvierte die A2-Prüfung.

die Einladungen der einzelnen Schülerinnen und Schüler zu den mündlichen und schriftlichen Prüfungen, der Erstellung des Prüfungsplans für die mündlichen Prüfungen, die Organisation von Prüfern, die Kontrolle der Prüfungsunterlagen, die Durchführung der Prüfungen und letztlich der Versand der Prüfungsprotokolle und der Prüfungsunterlagen. Am Ende wird dann der erfreulichste Teil stehen: die Verteilung der Sprachdiplome aus Paris an die Schülerinnen und Schüler.
Inhaltlich haben die Gym­nasiasten praxisnahe Aufgaben zu bewältigen. In den schriftlichen Prüfungen müssen sie sich französische Dialoge anhören und Fragen dazu beantworten. Dann liegen ihnen verschiedene kurze Texte vor, zu denen ebenfalls Fragen gestellt werden. Am Ende müssen die Prüflinge selber noch kreativ werden und einen kurzen Text zu einem vorgegebenen Thema verfassen. In der mündlichen Prüfung geht es vornehmlich um das freie Sprechen. Es geht darum, sich selbst vorzustellen, Themen zu diskutieren oder Rollenspiele zu bestehen.
Die Aufregung vor den Prüfungen war bei allen Beteiligten groß, wusste doch keiner genau, was auf ihn zukommt. Am Ende atmeten alle erleichtert auf: Es war gar nicht so schwierig. Positive Nebeneffekte sind, dass die Schülerinnen und Schüler ein ganz neues Interesse an der französischen Sprache entdeckt haben.


Von der Prüfungsvorbereitung und der Prüfung selbst gehen auf jeden Fall motivationale Effekte aus, konnten auch die anderen Französich-Lehrer am Zevener Gymnasium bestätigen. Außerdem sei gerade die Situation in der mündlichen Prüfung eine hervorragende Übung für die mündliche Prüfung im Abitur.

Auf jeden Fall besteht Einigkeit darüber, dass die erfolgreiche Kooperation zwischen dem St.-Viti-Gymnasium und der Volkshochschule Zeven fortgesetzt werden soll. Der nächste Prüfungstermin ist im Juni 2008.

 


20.06.2008

Der Unterstufenchor forderte das Publikum auch auf, "die Badehose einzupacken" Fotos: zi

Von Klassik über Jazz bis Rock
Sommerserenade des St.-Viti-Gymnasiums begeistert Publikum mit toller Musik - Repertoire außerordentlich vielfältig

Zeven (zi). Die traditionelle Sommerserenade im St.-Viti-Gymnasium begeisterte gegen Ende des Schuljahres das Publikum in der vollbesetzten Pausenhalle.

Die jungen Vortragenden spielten und sangen die unterschiedlichsten Musikrichtungen von Klassik über Jazz bis Rock und ernteten dafür nicht nur viel Applaus, sondern regten mit ihrem Können zugleich auch die Spendenfreudigkeit der mehreren hundert Zuhörer aus allen Altersgruppen an.

Die sechs Formationen hatten sich viel vorgenommen am frühen Abend: Wollten sie doch in rund 90 Minuten Auszüge aus ihrem jeweiligen Repertoire bringen. Und es gelang. Bereits der Auftritt der vierten Bläserklasse (Klasse 5B), die durch eine Erkrankung ihres Musiklehrers Dirk Seidel von dessen Kollegen Friedemann Michalek geleitet wurde, war hörenswert. Friedemann Michalek, der zuvor auch die Begrüßungsansprache gehalten hatte und durch das Konzert moderierte, dirigierte die vier Stücke „America the beautiful“, „Sakura, Sakura“, „La Cucaracha“ und „School Spirit“ und die jungen Musiker bewiesen dabei, was sie in einem
halben Jahr in diversen Proben gelernt hatten. Beim letzten Stück klatschte das Publikum teilweise bereits begeistert mit.


Neue Musiklehrerin: Mandy Kraatz

Der unter Leitung der Musiklehrerin Mandy Kraatz folgende Unterstufenchor eröffnete seinen schwungvollen Beitrag mit dem Zeichentrickfilm-Musikstück „Probier´s mal mit Gemütlichkeit!“, sorgte mit „Mamma mia“ für rhythmische Bewegungen nicht nur bei den Abba-Freunden, und als er zum Abschluss das Publikum musikalisch aufforderte „Pack die Badehose ein“, war der Applaus verdientermaßen lang.

Die dritte Bläserklasse (Klasse 6B), die von Friedemann Michalek betreut wurde, da sich ihre Musiklehrerin Sonja Beuke zur Zeit im Mutterschutz befindet, begann sehr modern mit „Lady Marmelade“ und kam über die klassische Peer Gynt Suite von Grieg bis zu „The Phantom of the Opera“. Ein Stück, bei dem die Vortragenden für ihre Instrumente wirklich einen langen Atem brauchten.


Beeindruckte durch ihr außergewöhnliches Gesangstalent: Sarah Fröhlich

„Forrest Gump“, „Imagine“ und „Herr der Ringe“ waren die Stücke der Profilklasse Musik (8. Jahrgang), deren Musikern man positiv anmerkte, dass sie schon seit einiger Zeit auf ihren Instrumenten proben. Danach folgte der Mittel- und Oberstufenchor („Only you“, „Irish Blessing“, „Caresse sur l‘océan“), der genau wie zuvor die Profilklasse und die folgende Big Band wieder von Friedemann Michalek geleitet wurde. Nach der Eröffnung der Big Band mit dem Swing-Klassiker „Sing, sing, sing“ und sehr hörenswerten Soloeinlagen bewies die 18 Jahre alte Sarah Fröhlich aus dem 12. Jahrgang des Gymnasiums ihr Gesangtalent.

Die Schülerin, die ja bereits durch ihre Tanzauftritte in der Region einen gewissen Bekanntheitsgrad hat und auch privaten Gesangsunterricht nimmt, überzeugte mit „Can you feel the love tonight“. Nach dem Stück „It´s still Rock and Roll“ musste die Big Band als Zugabe noch „September“ spielen, bevor das begeisterte Publikum bereit war, das Ende eines tollen und abwechslungsreichen Konzerts zu akzeptieren.

Deshalb ist es eigentlich kein Wunder, dass nach den Schluss- und Dankesworten die jungen Spendensammlerinnen am Ausgang ihre Geigenkästen bald mit Spenden zu Gunsten der Fachgruppe Musik am St.-Viti-Gymnasium gefüllt hatten. Das Geld ist sicher gut angelegt.

 


17.06.2008

Wiedersehen nach 40 Jahren: Der Zevener Abi-Jahrgang von 1968 feierte am Wochenende ein großes fröhliches Klassentreffen, sogar aus Kanada und Spanien reisten zwei ehemalige Schüler an. Foto: mey

Chemie stimmt auch nach 40 Jahren noch
Abiturienten von 1968 feiern Klassentreffen in Zeven

Zeven (mey). „Auf den Tag genau vor 40 Jahren hatten wir Prüfungen, das war am 14. Juni 1968 -nur vormittags." Die Erinnerungen sprudelten, als sich am Sonntagnachmittag ehemalige Zevener St.-Viti-Gymnasiasten wieder trafen.

„Berühmt sind wir natürlich alle geworden - na, bis auf einige Ausnahmen", meinte der eine. „Ach was, berühmt, nicht aber berüchtigt", meinte ein anderer. Gelacht haben alle. Es war unübersehbar: Die Stimmung war bestens beim Klassentreffen der hochschulreifen 68er, die Chemie zwischen ihnen stimmte auch nach 40 Jahren beim Wiedersehen im Hotel Paulsen.
Von einst 42 Abiturienten gelang es, 32 zurück nach Zeven zu locken - zwei von ihnen reisten gar aus Vancouver in Kanada und aus Spanien an.
„Der Indonesier hat auf den letzten Metern dann doch noch schlapp gemacht, schade", findet die bunte Truppe, was der guten Laune aber keinen Abbruch tat. Unter Direktor Dr. Kühnel hatten sie die Schulbank gedrückt, das

schweißt zusammen. Wie der gute Mann mit Vornamen hieß? „Das weiß keiner, so etwas war bei Lehrern damals reine Privatsache", eine einleuchtende Erklärung.

Die Abiturienten des Abschlussjahres 1968 ganz züchtig statt "jung und wild" - jedenfalls auf diesem Bild... Foto: Viti-Archiv; dem ZZ-Foto ähnlich

Apropos Lehrer, aus den „Wilden" von damals, von denen einer bereits vor dem Abitur Vaterfreuden genießen durfte, sind jede Menge Pädagogen mit einem halben Dutzend Doktortitel erwachsen. „Fast die Hälfte von uns ist Lehrer geworden", rechnen die einstigen Mitschüler aus, und lüften noch ein „Geheimnis": „Zwei von uns haben sich zu Schulzeiten verliebt - und sind bis heute ein glücklich verheiratetes Paar."

Nach einer mit Foto-Erinnerungen gespickten Kaffeerunde freuten sich besonders diejenigen, die seit Jahrzehnten nicht mehr in der Region waren, über einen aufschlussreichen Stadtrundgang mit Gästeführerin Heidi Guericke. „Endlich konnten wir als einstige Busfahrschüler, die eigentlich immer nur Haltestellen sahen, auch mal was von Zeven sehen", so das Resümee, Dann wurde es italienisch lecker am Büfett und vermutlich noch viel aufschlussreicher - allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit, versteht sich.

 


14.06.2008

Verschiedene Musikgruppen des St.-Viti-Gymnasiums werden ihr Können bei der Serenade zeigen Fotos: Archiv

Sommerliche Serenade im "Viti"
Bläser, Chöre, Band und Profilklasse konzertieren

Zeven (ZZ/js). Mit der Sommerserenade im Zevener St.-Viti-Gymnasium wird inzwischen schon traditionell die Endphase des Schuljahres eingeleitet: Bevor die Abiturienten entlassen werden und die Zeugnisnoten geschrieben sind, wollen die Musikensembles der Schule ihre Arbeit des vergangenen Halbjahres präsentieren. Dazu laden sie für Mittwoch, 18. Juni, um 18 Uhr in die Pausenhalle des Gymnasiums ein.

Auch der Chor wird auftreten.

Zu hören und zu sehen sein werden die beiden Bläserklassen (5. und 6. Jahrgangsstufe), die Big Band, der Unterstufenchor, der Mittel- und Oberstufenchor sowie die Musik-Profilklasse des 8. Jahrgangs. Der Eintritt zu dieser etwa 90 Minuten dauernden Sommermusik ist frei. Die Schüler freuen sich aber über reichlich Beifall während der Veranstaltung.

 


07.06.2008


Die Zeit ist vergangen wie im Flug: Eine Woche lang verbrachten deutsche Schüler vom St.-Viti-Gymnasium Zeven und polnische Schüler aus Lodygowice einmal mehr gemeinsam. Gestern Abend traten die Gäste ihre sechszehnstündige Heimreise an.

Hübsche Männer gesichtet
Polnische Schülergruppe aus Lodygowice war eine Woche auf Stippvisite am St.-Viti-Gymnasium

Zeven (mey). Und schon sind sie wieder weg, und der elfte Jahrgang des Zevener St.-Viti-Gymna-siums ist seine fünfzehn polnischen Gastschüler los. Nach der eigenen Reise nach Lodygowice im September 2007, folgten jetzt der Rückbesuch, eine große Wiedersehensfreude und interessante Tage in Zeven.

Marta, Ilona, Gabriela, Zaneta, Ewelina, Natalia, Katrzyna, Malgorzata, Klaudia, nochmal Klaudia, Patrycia, Damian, Patryk, Krzysztof und Robert nebst denLehrerinnen Maria Grin und Patrycia Baron. Heute genau vor einer Woche waren sie in Lodygowice aufgebrochen, jetzt sitzen die jungen Polen schon wieder im Bus. Seit gestern Abend. In einem normalen Linienbus. Sechzehn Stunden dauert ihre Reise gen 950 Kilometer entfernte Heimat.

Ländliche Gemeinde
Die ländliche polnische Gemeinde mit rund 13 000 Einwohnern kennen ihre 14 jungen Gastgeber vom St.-Viti-Gymnasium gut. Im September waren sie als insgesamt vierte Zevener Delegation zum gegenseitigen Austausch - begleitet von den Lehrkräften Ute Backhaus und Norbert Bitzer - dorthin aufgebrochen. Jetzt folgte der willkommene Gegenbesuch,und im Gespräch mit der Zevener Zeitung ließen die Gäste ihre vergangenen Tage Revue passieren. Sie erinnerten sich an den Moorhof in Augustendorf, das Freilichtmuseum am Kiekeberg, den Ausflug an die Nordsee ins Wattenmeer (Ebbe und Flut) nebst Volleyballspiel am Strand von Cuxhaven, den Tag in Bremen mit Stadtführung und Besuch des Universums.

Gepflegte Gärten
Außerdem spannend: Wie war ihr erster Eindruck von Zeven? „Tolle Architektur, rote Häuser mit weißen Fenstern und wunderschön gepflegten Gärten", das kam von vielen gleichzeitig. Genossen haben die Polen neben einer „sehr großen Freundlichkeit" in den Geschäften die Wannherzigkeit innerhalb „ihrer" deutschen Familien. „Gemeinsame Mahlzeiten haben wir zu Hause fast nie, das war toll, und wir mögen euren super Humor", erklären


"Czece" heißt "Hallo" auf polnisch und wird "Tschäch" ausgesprochen - "Hey" ist international.

die Besucher und waren vom freundlichen Gruß auf der Straße erst überrascht: „Bei uns grüßen sich nur Leute, die sich kennen, das war lustig und sehr nett."
Ist ihnen sonst etwas aufgefallen? „Überall coole deutsche Autos - BMW, Mercedes, Audi - und keine Löcher in den Straßen", da schwärmten sogar die Mädchen, die allerdings hinsichtlich Kleidungspreisen („viel teurer") wenig beglückt waren. Bilaterale Einigkeit dafür in Sachen Styling, Haarschnitt und Musik. „Da sind wir jungen Leute ähnlich, egal ob in Lodygowice oder in Zeven", finden die Polen, bei denen das Verschicken einer SMS übrigens nur mit 0,3 Cent zu Buche schlägt.
„Dafür habt ihr in Deutschland sehr hübsche Männer", beschwichtigen die charmanten Polinnen augenzwinkernd und sind auch in Sachen Fußball-EM-Be-gegnung (Polen versus Deutschland) am Sonntag großzügig. „Wir gönnen euch den Sieg, ihr gewinnt 2:1", sagen sie. Zugegeben, die männlichen Polen sind anderer Meinung, dafür aber vom „Fahnenkult" an deutschen Autos ganz begeistert. Die Idee samt Flagge nehmen sie mit - allerdings eine polnische in Rot-Weiß.

 


21.05.2008

Ernste und heitere Momente
Der Autor und Rechtsanwalt Heinrich Hannover liest im Zevener Gymnasium aus seinen Werken

Zeven (zi). Die vom Freundeskreis Asyl Zeven-Selsingen organisierte Veranstaltung hatte ihre ernsten aber auch heitere Momente: Am Dienstagabend las der bekannte Rechtsanwalt und Autor Heinrich Hannover im St.-Viti-Gymnasium aus seinen Werken. Ebenfalls wirkten an dieser rund zweistün digen Veranstaltung, die allerdings mehr Publikum verdient hätte, die Theater AG und die Bigband des Zevener Gymnasiums mit.

Der Rechtsanwalt und Autor Heinrich Hannover las aus seinen Werken. Fotos: zi

Nachdem die Bigband unter Leitung von Friedemann Michalek bereits zu Beginn des Abends ein Stück gespielt hatte, begrüßte Rotraud Kohler, die Vorsitzende des Freundeskreis Asyl Zeven-Selsin-gen, die rund 80 Gäste. Besonders bedankte sie sich bei dem in Worpswede lebenden Juristen Heinrich Hannover, da er an diesem Abend auch einen Fall vortrug, der das Thema Abschiebung behandelte.

Dieses Unrecht geschah zwar schon im Jahr 1967 im Zusammenhang mit einer Demonstration gegen den Vietnamkrieg, hat aber an Aktualität nicht verloren. Und auch die Theater AG des Gymnasiums trug nach Ansicht von Rotraud Kohler Auszüge aus einem Werk eines „68er“ vor.

Denn im Laufe des Abends zeigte die sehenswerte Gruppe Szenen aus ihrer letzten Produktion „Graf Öderland“ von Max Frisch, die sie unter der Regie der Lehrerin Gaby Reetz einstudiert hatte. Mit „Auflehnung. Ausbrechen. Irrationales Fühlen“ beschrieb Rotraud Kohler die Inhalte in manchen Werken von Max Frisch. Die Musikbeiträge der Bigband sah sie daher voller Erwartung als „die Erfrischung zwischen den Wortbeiträgen“. Und damit behielt sie Recht.

Denn mit dem 1925 geborenen Heinrich Hannover konnten die Organisatoren einen Zeitzeugen gewinnen, der über 40 Jahre lang einer der bedeutendsten politischen Verteidiger in der Bundesrepublik Deutschland war und für seine zeitgeschichtlichen Publikationen, aber auch als erfolgreicher Kinderbuchautor bekannt ist. So trug Heinrich Hannover zwei Fälle aus seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt vor, bei denen dem Publikum verdeutlicht wurde, das Recht und Gerechtigkeit nur bedingt miteinander zu tun haben.

Aber auch bei der beruflichen Beschäftigung mit solch ernsten Themen hatte sich Heinrich Hannover in den zurückliegenden Jahren sein „kleines Reservat privaten Glücks geschaffen“. Als ebenfalls erfolgreicher Kinderbuchautor brachte er mit „Die vertauschten Beine“, „Die untreue Maulwürfin“ und der Geschichte des fernsehversessenen Herrn Glotzmann das Publikum zum Lachen. Die ernstere Geschichte „Das Karussell“ war dann der Beitrag, mit dem Heinrich Hannover seine Lesung beendete, bevor er am Ende eines sehr abwechslungsreichen und interessanten Abends von Vertretern des Freundeskreis Asyl einige Geschenke überreicht bekam.

Die Theater AG zeigte eindrucksvoll zum Thema passende Auszüge aus
ihrer Produktion „Graf Öderland“.



21.05.2008


21.05.2008


20.05.2008


Foto: homepage/jb

Fünfte Bläserklasse am St.-Viti-Gymnasium geplant: Infos für Eltern und Schüler


Zeven (ZZ/tk). Auch im nächsten Schuljahr soll im St.-Viti-Gymnasium Zeven unter den neuen fünften Klassen wieder eine Bläserklasse eingerichtet werden. Im Hinblick darauf lädt das Gymnasi um zu einer Informationsveran staltung am Dienstag, 27. Mai, ein. Eingeladen sind alle Eltern samt ihrem Kind, das im Sommer zum Gymnasium wechseln wird und zur Zeit noch die vierte Klasse besucht. Ergänzend zur mündlichen Einführung wird die IV. Bläserklasse (die jetzige 5B) einige Stücke zum Besten geben, da mit sich Eltern und Kinder ein Bild von der Arbeit in solch einer speziellen Musikklasse machen können. Die Schülerinnen und Schüler einer Bläserklasse lernen für die Dauer von zwei Jahren im zweistündigen regulären Musikunterricht und in einer zusätzlichen wöchentlichen Unterrichtstunde von Instrumentallehrern der Kreismusikschule ein Blasinstrument zu spielen. Die Fachgruppe Musik am St.-Viti-Gymnasium will mit dieser fünften Bläserklasse den erfolgreich eingeschlagenen Weg dieses besonderen Musikunterrichts fortsetzen.

Die Informationsveranstaltung findet im Gymnasium statt und beginnt um 18.30 Uhr.



15.05.2008

Republik steht im Zevener Gymnasium vor Gericht
Autor und Rechtsanwalt Heinrich Hannover liest am Dienstag, 20. Mai, aus seinen Werken

Zeven (zi). Der Rechtsanwalt und Autor Heinrich Hannover liest am Dienstag, 20. Mai, ab 20 Uhr im St.-Viti-Gymnasium aus seinen Werken. Veranstalter und Mitwirkende des Abends, für den der Vorverkauf angelaufen ist, sind der Freundeskreis Asyl Zeven-Selsingen, die Theater AG und die Big Band des Zevener Gymnasiums.

Mit dem in Worpswede lebenden Juristen Heinrich Hannover haben die Organisatoren einen Zeitzeugen gewonnen, der über 40 Jahre lang einer der namhaftesten politischen Verteidiger in der Bundesrepublik Deutschland war und auch für seine zeitgeschichtlichen Publikationen wie „Die Republik vor Gericht 1954-1995. Erinnerungen eines unbequemen Rechtsanwalts“ und als erfolgreicher Kinderbuchautor bekannt ist.

Friedemann Michalek, Gaby Reetz und Rotraud Kohler (v.l.) bei den Vorbereitungen für die Lesung mit Heinrich Hannover. Foto: zi

Wie von Rotraud Kohler, der Vorsitzenden des Freundeskreis Asyl Zeven-Selsingen, zu erfahren war, werden neben dem Autor auch die Theater-AG und die Big-band an der Gestaltung des Abends mitwirken. So zeigt die Theater-AG nach Auskunft von Lehrerin Gaby Reetz einige Szenen aus ihrer letzten Produktion „Graf Öderland“ von Max Frisch.

Graf Öderland das ist die Moritat von einem Staatsanwalt, der sich am Vorabend eines Mordprozesses entschließt, aus der fragwürdigen Mechanik des gewohnten Lebens auszubrechen.

Als Graf Öderland zieht er dann mit seiner Axt durchs Land, Revolutionär und Ankläger zugleich Eine Person die zum Schuldigen wird und doch im höheren Sinn Ankläger einer verrückten Welt bleibt. Für den musikalischen Beitrag des Abends sorgt die Bigband des St.-Viti-Gymnasiums unter Leitung von Friedemann Michalek, die mehrere Stücke aus ihrem Repertoire spielen wird.

Der Vorverkauf für diese Veranstaltung hat in der Zevener Buchhandlung Lesezeichen bereits begonnen, die am Abend der Lesung auch mit einem Büchertisch im St.-Viti-Gymnasium vertreten sein wird. Die Eintrittskarten werden an der Abendkasse für 5 Euro (Schüler 3 Euro) erhältlich sein, und politisch und zeitgeschichtlich Interessierte sollten sich den 20. Mai bereits jetzt im Kalender notieren.

http://www.heinrich-hannover.de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Hannover


09.05.2008

Neue Räume für Zevener Gymnasiasten
Erweiterung soll noch in diesem Jahr beginnen

Bremervörde/Zeven (oer). Am Zevener St-Viti-Gymnasium sollen noch in diesem Jahr erneut Bauarbeiter anrücken. Vorgesehen ist eine Erweiterung des Gebäudes um zwei Unterrichtsräume und womöglich auch noch der Umbau des Naturwissenschaftstrakts. 2009 soll ein weiteres Gebäude im Umfeld des Gymnasiums entstehen.


Entsprechende Pläne segnete der Schulausschuss des Landkreises Dienstagnachmittag in Bremervörde einstimmig ab. Die Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Raumnot an dem Gymnasium zu beheben und das Provisorium mit den beiden Außenstellen in der ehemals holländischen Schule und in Sittensen zu beenden.

Dass es den Zevenern überhaupt gelungen ist, eine Übergangslösung für das aus allen Nähten platzende Gymnasium zu finden, stieß im Ausschuss angesichtsder nach wie vor ungeklärten Raumproblematik am Gymnasium Bremervörde (die Zevener Zeitung berichtete) auf Anerkennung. Die Lösung mit zwei Außenstellen sei gleichwohl äußerst problematisch. So kommen Lehrer oft zu spät in den Unterricht, weil sie den drei beziehungsweise 18 Kilometer langen Weg in die Außenstandorte während der Pausen nicht schaffen, schilderte Lehrervertreterin Gabi Reetz. Auch die Schulbehörde räumt ein, dass die organisatorische und pädagogische Arbeit der Schule erheblich erschwert werde. Ein gleichwertiges Unterrichtsangebot etwa gebe es nicht. Beispiel: Die Schüler in Sittensen können anders als in Zeven kein Latein wählen, weil es dafür nicht genug Lehrer gibt. Unter dem Strich spricht die Kreisbehörde vor diesem Hintergrund von einer Extremsituation.

Und die möchte auch die Landesschulbehörde möglichst schnell beheben. Sie habe erst kürzlich deutlich gemacht, dass die Außenstelle Sittensen, in der derzeit drei Klassen unterrichtet werden, im Sommer 2009 schließen soll. Es besteht also dringender Handlungsbedarf. Denn bis dahin muss es am Sitz des St-Viti-Gymnasiums an der Bahnhofstraße entsprechend mehr Räume geben.

Der erste Schritt dazu soll in diesem Jahr erfolgen. Durch eine Fassadenbegradigung an einem bestehenden Gebäudeteil können zwei neue Klassenzimmer entstehen, teilte Schulamtsleiter Horst Wilshusen im Ausschuss mit. Die erforderlichen 190 000 Euro seien im Haushalt eingeplant. Wilshusen hofft, dass der Etat darüber hinaus noch Mittel hergibt, dass mit dem zweiten Abschnitt dieses Jahr zumindest begonnen werden kann. Dieser sieht eine Umgestaltung und zum Teil Vergrößerung der Naturwissenschaftsräume vor. Kosten: rund 1,5 Millionen Euro.


Option auf Aufstockung

Ebenso teuer dürfte nach Schätzung der Kreisbehörde der für 2009 geplante Neubau sein, in dem dann vier allgemeine Unterrichtsräume und der Fachbereich Musik Platz finden. Wo genau das Gebäude im Umfeld des Gymnasiums entstehen wird, ist noch offen. Die Stadt muss dafür zunächst den Bebauungsplan ändern. Vorstellbar sei aber, so Wilshusen, dass der Neubau so konzipiert wird, dass er bei Bedarf aufgestockt werden kann. Planungen für eine Ganztagsschule, unterstrich er, würden durch die Planungen nicht behindert.

Ob die Raumnot am St-Viti damit auch langfristig behoben ist, wird sich zeigen. Denn bis 2011 geht das Gymnasium von weiter steigenden Schülerzahlen aus. Darüber hinaus soll auch die zweite Außenstelle möglichst bald geschlossen werden. Dort werden jetzt neun Unterrichts- und drei Fachräume genutzt. Der Pachtvertrag läuft bis 2012.

 


09.05.2008

Lehrer fordern ein Ende der Schlampereien
11 000 Pädagogen protestieren in Hannover

Von unserer Korrespondentin Christina Sticht

Hannover. Mit dem Streit um Überstunden-Abbau fing es an, jetzt geht es um mehr Lehrer-Stellen, kleinere Klassen und Nachwuchsförderung. Rekordverdächtige 11000 Pädagogen aus dem ganzen Land sind gestern in Hannover für eine bessere Bildungspolitik auf die Straße gegangen.

In historisch einmaliger Geschlossenheit machten die Lehrerverbände - vom konservativen Philologenverband bis zur eher SPD-nahen Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - ihrer Wut über die niedersächsische Landesregierung Luft. Die Demonstranten hielten bei ihrem Zug durch die Innenstadt Plakate mit der Aufschrift „Dreist, Dreister, Dreister-Neumann" oder „Politik auf Kosten der Schüler" in die Höhe.

Niedersachsens Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) wagte sich zu den Lehrern auf die Straße und warb um Verständnis für die Schulpolitik der Landesregierung. Foto: ddp

Der Protest gegenüber dem Landtag gestaltete sich eher fröhlich als gehässig, inklusive Liedermacher und Lehrer-Chor. Schließlich hatte Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) vor zwei Tagen eingelenkt und einen neuen Vorschlag im Streit um die Mehrarbeit präsentiert - ein Etappensieg für die Lehrerschaft. In Gesprächen am Rande der Demonstration warb sie um Verständnis für die „schwierige Situation". „Wir haben ein Problem mit der Unterrichtsversorgung. Wir haben ein Problem mit den Mangelfächern", sagte die Ministerin, während vereinzelt „Absetzen! Absetzen!"-Rufe ertönten.

„Ich finde es schon sehr mutig, dass sie sich hier zeigt", sagte die Realschullehrerin Birgit Kötters aus Osnabrück. „Ihr erster Vorschlag, die Mehrarbeit erst kurz vor der Pensionierung auszugleichen, war ein Schlag ins Gesicht aller Lehrer." Die Situation an den Schulen werde ohnehin immer schwieriger, erklärte die Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung, Gitta Franke-Zöllmer. Die Beschäftigten zahlten die Zeche für unterfinanzierte Schulreformen wie die Einführung des Turbo-Abiturs und der Eigenverantwortlichen Schule. Die beamteten Lehrer hätten Einkommens-Einbußen von bis zu 15 Prozent hinnehmen müssen, klagte Franke-Zöllmer.

Die Verbände forderten zwar nicht die Absetzung der Ministerin, die das Schulressort nach der Wahl im Januar von Bernd Buse-mann (CDU) übernommen hatte. Der Vorsitzende des Philologenverbandes, Guillermo Spreckels, erklärte jedoch, einen solchen Vertrauensverlust und ein solches Planungsdesaster wie jetzt dürfe es nicht noch einmal geben. Es müsse endlich Schluss sein mit den personalpolitischen Schlampereien im Kultusministerium.

In Lüneburg demonstrierten rund 2500 Schüler ebenfalls gegen die Schulpolitik des Landes. „Wir kritisieren eine Vielzahl von Entscheidungen des niedersächsischen Kultusministeriums", sagte der Stadtschülersprecher Friedemann Ewert. Ein Kritikpunkt sei dabei die Verkürzung der Gymnasialzeit von neun auf acht Jahre.

 


07.05.2008

Bei Lehrern kocht die Wut
Protest auch in Zeven gegen die Landesregierung

Zeven (tk). Vielen Lehrern ist in den vergangenen Wochen der sprichwörtliche Kragen geplatzt. Sie werfen der Landesregierung Wortbruch vor und wollen am morgigen Donnerstag in Hannover gegen die Politik der Bildungsministerin protestieren.

Worum geht es? Von 1998 an haben Lehrer, die jünger als 50 Jahre sind, an niedersächsischen Schulen pro Woche zwei Stunden zusätzlich unterrichtet. Diese Mehrarbeit sollte ab 2008 bis 2018 wieder „abgebummelt" werden. Diese Vereinbarung war von der Kultusministerin im April aufgekündigt worden. Die Lehrer sollten ihre Überstunden erst unmittelbar vor der Pensionierung zurückbekommen. Das rief einen Proteststurm unter den Lehrkräften hervor. Daraufhin ruderte die Ministerin wieder zurück. Doch die Wut der Lehrer blieb.
In einem offenen Brief wendet sich das Kollegium des St.-Viti-Gymnasiums an die Kultusministerin Heister-Neumann. Darin heißt es: „Das Kollegium des St.-Viti-Gymnasiums in Zeven zeigt sich empört über den Wortbruch der Landesregierung im Zusammenhang mit der Änderung der Arbeitszeitverordnung! Wir empfinden Ihre Vorgehensweise als Betrug! Trotz Mehrfachbelastung wurden über Jahre unentgeltlich Stunden abgeleistet und auf den versprochenen Ausgleich vertraut. Sie haben dieses Vertrauen missbraucht!
Die Behauptung, man hätte die Personalsituation nicht vorhersehen können, ist eine Bankrotterklärung der Personalpolitik einer ganzen Landesregierung.
Die Beschäftigten in niedersächsischen Schulen mussten in den letzten Jahren Reallohnverluste von rund 15 Prozent hinnehmen, die steuerliche Absetzbarkeit von Arbeitszimmern wurde gestrichen und von den Lehrkräften wird stillschweigend erwartet, Unterrichtsmaterial, Schulbücher sowie Klassen- und Studienfahrten weitgehend aus eigener Tasche zu zahlen.
Damit treibt man engagierte Lehrkräfte in die ,innere Emigration' und gewinnt keine neuen Kolleginnen und Kollegen. Vertrauensbruch, Stress und autokratischer Führungsstil sind derzeit die Anreize, die Sie jungen Menschen bieten, die darüber nachdenken, den Beruf einer Lehrerin oder eines Lehrers zu ergreifen! Für ein sinnvolles, qualitativ gutes Bildungssystem brauchen wir hoch motivierte, gut ausgebildete und angemessen bezahlte Lehrkräfte! Dem wirken Sie entgegen!"
Binnen zwei Tagen haben rund 85 Prozent der Lehrkräfte an den drei Schulstandorten des Gymnasiums ihre Unterschrift unter das Protestschreiben gesetzt.
Die Schulleiter schließen sich dem landesweiten Protest der Lehrkräfte an. Der Schulleitungsverband sieht die Stimmung in den Kollegien auf dem Nullpunkt. Die Direktoren sehen sich dreifach gebeutelt. Sie haben ebenfalls unbezahlte Mehrarbeit geleistet, sie haben keine Planungssicherheit für die Personalentwicklung, sie fürchten, weniger Projekttage, Kurs- und Klassenfahrten oder andere Unternehmungen anbieten zu könne.
Auch Elmar Wagener, Direktor des St.-Viti-Gymnasiums, fragt sich, was jetzt kommt, denn am morgigen Donnerstag findet im Landtag eine Anhörung zur geplanten Arbeitszeitverordnung der Regierung statt - und eine zentrale Protestveranstaltung der Lehrer.



06.05.2008

Warme Worte und ein Empfehlungsschreiben des Bürgermeisters für Buslotsen

Zeven (tk). Sie haben freiwillig Aufgaben übernommen, sie haben sich für die Allgemeinheit eingesetzt, sie haben sich engagiert, ohne Geld dafür zu erhalten, und sie haben sich bereit erklärt, Verantwortung zu übernehmen. 22 Schüler des St.-Viti-Gym-nasiums, der Gauß-Hauptschule und der Gauß-Realschule haben im Schuljahr 2007/08 als Buslotsen für Ordnung vor und in den Schulbussen gesorgt. Mit ihrem Wirken haben sie für mehr Sicher- heit beim Schülertransport gesorgt. Als Dank und Anerkennung gab es dafür jetzt mehr als nur einen Handschlag und warme Worte von den Initiatoren. Die EVB als Busunternehmen zeigte sich erkenntlich und der Samtgemein- debürgermeister händigte jedem ehemaligen Buslotsen ein Empfehlungsschreiben aus. Das dürfte sich bei der Bewerbung nach Ende der Schulzeit gut machen und einen positiven Eindruck nicht verfehlen.

 


24.04.2008

Die Musikprofilklasse des St.-Viti-Gymnasiums hat aus der Zauberflöte eine moderne, mitreißende Adaption gemacht, die Lust auf mehr macht. Fotos: fh

Wenn Mozart auf das
21. Jahrhundert trifft

Musik-Profilklasse des St-Viti-Gymnasiums zeigt die Zauberflöte

Zeven (fh). Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart zählt zu den bekanntesten und am häufigsten inszenierten Opern weltweit. Grund genug, um sie in einer modernen Fassung auf die Bühne des St.-Viti-Gymnasiums zu bringen. Doch auch in dieser Inszenierung bleibt das Hauptthema Liebe, Streit, Macht und Intrigen - ein Spiegel des wahren Lebens.

Kirsten Gerhardt als Wolfgang Amadeus Mozart und Larissa Effenberger alias Nannerl führten durch die Oper.

In der abgedunkelten Pausenhalle werden die Besucher von einem auf eine Leinwand projizierten Bild des großen Komponisten begrüßt. Der Vorhang geht auf. In spartanischer Kulisse bewegen sich die Figuren in flotten Röhrenjeans, Miniröcken und modernen Pumps über die Bühne. Darunter sind Helden und Versager, Königinnen, gefangene Prinzessinnen, böse Bewacher, wilde Tiere (die in Form eines Plüschhundes daherkommen) und ein ganzer Reigen allegorischer Figuren, die letztlich natürlich zu einem Happy End führen.

Doch nicht nur die Kostüme, auch die Geschichte wurde an die Moderne angepasst: Aus dem schönen Prinzen Tamino (Lea von Rottkey) wurde kurzerhand ein Fahrradkurier, Papageno (Jasper Troost) ist nicht mehr Vogelfänger, sondern cooler Straßenmusikant und auch Sarastro (Imke Otten) herrscht nicht länger über den Sonnentempel, sondern ist Inhaber einer Bank in Zevens Fußgängerzone.

Dabei dreht sich aber immer noch alles um Liebe, Schmerz, Hass, Intrigen und Erpressung - jetzt sind es die Sorgen und Wünsche der Menschen im Jahr 2008. Doch auch Wolfgang Amadeus Mozart (Kirsten Gerhardt) mischt sich in das Spiel. Noch im 18. Jahrhundert verhaftet, staunt er über den Jargon der Jugend, die Mode und Trends des 21. Jahrhunderts, und er betrachtet irritiert Handys, moderne Landkarten und Zeitschriften - 217 Jahre nach der Uraufführung seiner Oper haben sich die Welt und seine Oper verändert. Seine Schwester Nannerl, gespielt von Larissa Effenberger, die schon in der Zukunft angekommen ist, nimmt ihren Bruder an die Hand und leitet ihn durch "Mozarts Zauberukulele ... 217 Jahre später".

Flotte Songs mit frechem Inhalt: Die Sängerinnen Jolanda Hotting und Daria Tesch sorgten gemeinsam mit der Band bestehend aus Lynda Weisgerber, Denise Brauer, Francisca Bouma, Vanessa Habenicht, Imke Klindworth für Unterhaltung.

Die Musikprofilklasse mit ihrem Lehrer Friedemann Michalek machten aus der großen Oper ein kurzweiliges, abwechslungsreiches Theaterstück, das aktuelle Probleme und Herausforderungen ebenso humorvoll wie ernsthaft thematisierte. Dabei setzten die Mitwirkenden in den eingebauten Szenen und Texten ganz auf moderne Sprache, die durchaus auch mal frech sein durfte, um damit die Aussagen der Arien zu erklären.

In den eingebauten Szenen und Texten, in denen die Schülerinnen Gedanken von Johann Wolfgang von Goethe und Simone de Beauvoir vortrugen, kleinere Szenen über Liebeskummer spielten und live gesungene Lieder präsentierten, schufen zudem eine Verbindung zwischen der vertrackten und nicht ganz einfach zu durchschauenden Zauberflöte und dem Heute.

 


28.02.2008

Graf Öderland (Johannes droste) zieht mordend durch das Land, sein erstes Opfer ist der Waldbauer (Malte Brandt), seine Tochter Inge (Feli Scharfenberger) wird die Geliebte des Mörders. Fotos: fh

Viel Applaus für beängstigend aktuelles Stück der Theater-AG
Gelungene Premiere von Max Frischs "Graf Öderland" im Zevener St-Viti-Gymnasium

Zeven (fh). Zeven (fh). „Graf Öderland mit der Axt in der Hand“: So beginnt ein Kindermärchen im gleichnamigen Stück von Max Frisch, das die Theater-AG des St.-Viti-Gymnasiums zur Zeit unter der Leitung von Gaby Reetz auf die Bühne bringt. Obwohl „Graf Öder land“ schon in den 1950er Jahren entstand, so ist die ungeheure Aktualität doch schon fast beängstigend.

Jochen Viebrock überzeugt in der Rolle des Mörders.

Das Stück beginnt mit einer Videoprojektion. Kurze Sequenzen werden gezeigt, ein Schlafzimmer, ein Badezimmer, später eine Disko, unterlegt von einer aggressiv anschwellenden Musik, die fast in den Ohren schmerzt, und unterlegt von den klagenden Tönen einer Geige (Mareike Petermann).

Schnell wird klar, dass noch etwas Schreckliches geschehen wird. Die Bühne steht dieses Mal mitten im Publikum, einfache Getränkekisten stellen das Bühnenbild dar und lassen sich mal in ein Bett, dann wieder zu einem Regal, Tisch oder auch in eine Hotelrezeption verwandeln. Und darum geht es in diesem Stück. Verwandlung.

Der fleißige und brave Staatsanwalt, der von dem wieder einmal überragenden Johannes Droste gespielt wird, klagt einen Axt-Mörder an. Der kleine Bankangestellte, abgestumpft und tief verzweifelt angesichts der Tristesse und Leere um ihn herum, nahm eine Axt und erschlug einen Menschen ohne einen triftigen Grund. Einfach so.

Der Staatsanwalt beginnt diese Tat zu verstehen, ja nachvollziehen zu können, denn auch er ist von der Sinnlosigkeit des bürgerlichen Lebens geplagt. In einer Metamorphose, verdeckt durch ein scharlachrotes Tuch, das von brutal flackernden Scheinwerfern in ein unheimliches Licht getaucht wird, verwandelt er sich in Graf Öderland, der mit seiner Axt mordend eine Blutspur durch das Land zieht.

Er stößt damit eine Tür auf und lässt eine Persönlichkeit frei, die keinerlei Grenzen anerkennt und sich nur mit einer Axt bewaffnet in Verhandlungen begibt.

Das System lenkt seine Bürger, überwacht sie angesichts der Terrorgefahr von der Wiege bis zur Bahre und gewährt ihnen nur ein kleines Stückchen persönliche Freiheit. Und dieses System verfolgt Öderland, doch er widersetzt sich und ruft schließlich zur Rebellion gegen den Staatsapparat auf.

Der reagiert und bietet dem Rebellen, dem Mörder, die Regierungsführung an, nur um die Ordnung mit allen Mitteln aufrecht zu erhalten, und setzt damit doch die gesamte Demokratie aufs Spiel.

Irgendwann stellt sich dann die Frage, war alles nur ein Traum?Nur ein Spuk? Wer das herausfinden möchte, der hat noch am 29. Februar sowie am 1. März jeweils ab 20 Uhr die Gelegenheit dazu. Und ein Besuch lohnt sich, das sahen auch die Zuschauer am Premieren-Abend so und bekundeten ihre Begeisterung mit donnerndem Applaus.

Und das völlig zu Recht, denn auch in diesem Jahr überzeugten die Schauspieler mit einer beeindruckenden Leistung. Jochen Viebrock als Mörder, Lena Wagner als Ehefrau des Staatsanwaltes, Simon Wehber als Rechtsanwalt Doktor Hahn oder Feli Scharfenberger als Inge, Tochter des von Öderland erschlagenen Waldbauern und seine spätere Geliebte, sowie die vielen anderen Darsteller stellten die Figuren realistisch und überzeugend dar, ja lebten sie förmlich.

 


23.02.2008

 



15.02.2008

Brachten die Saiten zum wohligen Klingen: Sarah Martin, Anna Mahnken, Mareike Petermann und Sophie Tille (Kontrabass). Fotos: fh

Musik als Beitrag zur inneren Sicherheit
Schüler des St-Viti-Gymnasiums veranstalten Kammermusikkonzert

Zeven (fh). Auf dem jüngsten Kammermusik-Abend im St.-Viti-Gymnasium versprach Musiklehrer Friedemann Michalek dem Publikum musikalische Delikatessen. Und dieses Versprechen lösten die Schüler auch ein. Es war schon erstaunlich, was die Jungmusiker so alles aus ihren Instrumenten oder ihren Kehlen herauszuholen vermochten.

Daniela Krüger brillierte mit ihrer Stimme und ihrer Gitarre.

Da das Konzert im vergangenen Jahr so gut angekommen ist, haben sich die Musiklehrer des Gymnasiums dazu entschlossen, auch dieses Jahr wieder ein kleines Kammermusikkonzert zu veranstalten. „Damit wollen wir einen Kontrapunkt zur aktuelles Diskussion um das Thema Gewalt von Jugendlichen setzen. Schon Wolfgang Schäuble hat gesagt, dass der Musikunterricht ein Beitrag zur inneren Sicherheit sei“, so Michalek. „Und unsere Schüler zeigen ein gutes Beispiel, dass Musik einen positiven Beitrag zur Entwicklung von Jugendlichen leistet.“

Wie bei jedem Konzert bat er auch dieses Mal um eine kleine Spende am Ende der Veranstaltung; Musik koste nun einmal Geld. Eine weitere Bitte war dann noch Applaus als Motivationsschub für die jungen Künstler. Den aber hatte Marvin Büssau kaum nötig, ganz selbstbewusst trat der Fünftklässler ans Klavier und ließ seine kleinen Finger schwungvoll im Takt von Boogie und Blues über die Tastatur des Flügels fliegen. Doch nicht nur am Klavier war er in seinem Element, auch das Schlagzeug hat es ihm angetan. So improvisierte er an Trommel, Tom Tom, Hi-Hat, Becken und Perkussion ein peppiges Stück. Bei seiner Schwester Sarah ging es da bedeutend ruhiger zu. Ihre Finger schwebten bei der „Ballade pour Adeline“ förmlich über die Klaviatur.

Ein abwechslungsreiches Konzert, bei dem die Schüler ihren Trompeten und Posaunen, Geigen, Kontrabass, Gitarren und Stimmbändern zum Teil wunderschöne Töne entlocken konnten, die sich zu besinnlichen, aber auch peppigen oder traditionellen Melodien zusammenfügten. Und auch wenn vielleicht nicht bei allen Teilnehmern jeder einzelne Ton saß und hier und da doch ein mehr oder weniger großer Patzer passierte, fiel das insgesamt kaum ins Gewicht.

Ein Höhepunkt war der Kanon mit drei Geigen, begleitet von Kontrabass und Klavier, gespielt von Sarah Martin, Anna Mahnken, Mareike Petermann, Merle Vespermann und Sophie Tille. Die drei Zehntklässlerinnen verstanden es, ihre Instrumente einträchtig und harmonisch zum Klingen zu bringen.

Und auch der fast schon professionell wirkende Auftritt von Daniela Krüger konnte sich durchaus sehen lassen. Sie sang mit ihrer ausdrucksvollen Stimme eine poppige Ballade und begleitete sich selbst auf der Gitarre. Besonders beeindruckend dabei aber war, dass sie das Stück selbst komponiert und auch den Text selbst geschrieben hat.

Und so betonte auch Friedeman Michalek am Ende des Konzerts, dass die Schüler einen Qualitätssprung nach vorne gemacht hätten und jeder Einzelne musikalisch etwas zu sagen habe. „Eines müssen aber alle noch lernen, und zwar den verdienten Applaus zu genießen.“ Den gab es dann zum Abschluss noch mal gemeinsam und dazu eine Rose als kleines Dankeschön.


29.01.2008

Sorgen für den reibungslosen Ablauf (von links): Techniker Eike Möller, Thees Martens und Jürgen Fitschen.
Bald wird es ernst: Die Premiere von „Graf Öderland" steigt bereits in vier Wochen. Bis dahin wird geprobt und geprobt und geprobt. Fotos: fh

Ernstes Stück soll Publikum fesseln
Theater-AG des St.-Viti-Gymnasiums probt öffentlich - Aufführung von „Graf Öderland" feiert am 26. Februar Premiere

Zeven (fh). Die Pausenhalle des St.-Viti-Gymnasiums ist dunkel, die Fenster sind mit Vorhängen verhüllt, das Licht gedämmt. Mitten drin steht ein schlichtes Holzpodest als Bühne, auf der die Jungschauspieler der Theater-AG hochkonzentriert Szenen aus Max Frischs "Graf Öderland" spielen.


Einfache Cola-Kisten werden gestapelt und verwandeln sich in Stühle, Tische oder Regale. Spartanisch geht es zu, aber weniger ist ja manchmal mehr, und letztendlich soll möglichst nichts von den Schauspielern und der Geschichte, die sie erzählen, ablenken.

Die Theater-AG hat sich in diesem Jahr für die Moritat von Max Frisch entschieden, weil die Jungschauspieler von der Aktualität des Stücks und den Parallelen zur heutigen Zeit, egal ob diese gesellschaftlicher, beruflicher oder politischer Natur sind, begeistert waren. "Graf Öderland" ist der Titel, der Autor klingt zunächst nach schwerer Kost.

Doch auch wenn's nach dem humorvollen Stück vom vergangenen Jahr, jetzt ernster weitergeht, wird es noch lange nicht uninteressanter. Max Frisch hat mit "Graf Öderland" die Gesellschaft mit der Aussage "In dieser Gesellschaft kann die Vitalität nur kriminell werden" verklagt. Und die Theater-AG des St.-Viti-Gymnasiums setzt, wie in jedem Jahr, auch dieses Mal wieder alles daran, das Stück professionell und wirkungsvoll auf die Bühne zu bringen.

Und damit die Vorstellungen auch wirklich zu einem vollen Erfolg werden, arbeiten alle gemeinsam an der Abstimmung von Technik, Musik und Rollenarbeit. Die Probe erschien zwar etwas chaotisch und unfertig, aber dafür sind Proben ja schließlich auch da.


Fels in der Brandung

Gaby Reetz war erneut der Fels in der Brandung. Mit verschränkten Armen stand sie am Rand, beobachtete aufmerksam, verfolgte jede Szene genau und griff, wenn nötig, ein. Sie gab Tipps und Anregungen, mochten sie auch noch so klein und winzig wirken, stellte sich mit auf die Bühne, machte vor, verbesserte, half und behielt das große Ganze im Auge.

Das Stück aber ist eine echte Gemeinschaftsproduktion und so diskutierten Schauspieler, Techniker und Bühnenbildner mit viel elan über die optimale Ausleuchtung, den wirkungsvollsten Einsatz der Musik, des Nebels und die angemessene Lautstärke der Schauspieler. So kommt von der einen Seite ein klares "lauter", aus der anderen Ecke ein "Steh doch mal auf" oder auch ein "Das muss schneller gehen". Jeder der 35 Aktiven kann und soll sich einbringen und zum Gelingen des Stücks beitragen. Schließlich ziehen alle an einem Strang.

Zwischen den Schauspielern, die sich auf ihre Szene konzentrieren, wuseln Techniker umher, klettern auf Leitern, diskutieren über die korrekte Beleuchtung, stimmen Musik und Videoprojektion auf die jeweiligen Szenen ab und verschanzen sich ansonsten hinter ihrem großen Podest aus Computer, Reglern und Verschaltungen. Auch wenn der Text noch lange nicht immer sitzt, die Souffleuse häufig einspringen muss und auch noch längst nicht alle Requisiten so sind, wie sie eigentlich sein sollten. "Da die Osterferien in diesem Jahr schon so früh sind, stehen wir ziemlich unter Zeitdruck. Wir müssen hier noch einiges tun", sagt Gaby Reetz.

Doch von Hektik war trotzdem kaum eine Spur. Und so machte schon die öffentliche Probe Lust auf mehr. Man darf auf die Premiere am 26. Februar und die Aufführungen am 27., 29., sowie am 1. März jeweils um 20 Uhr in der Pausenhalle des Gymnasiums gespannt sein. Theaterfans in Zeven und Umgebung sollten sich die Termine vormerken.


Schauspielerei als Rausch
Menschenkenntnis und Hang zur "Rampensau" wichtige Voraussetzungen

Zeven (fh). Die Schauspielerei steht bei vielen jungen Menschen sicherlich ganz oben auf der Liste der Traumberufe. Doch welche Voraussetzungen muss man mitbringen, um Rollen authentisch und realistisch rüber zu bringen? Und wie verändert man sich, nachdem man vor vielen hundert Menschen auf der Bühne stand?

Die Theater-AG ist weit über die Grenzen Zevens für ihre professionelle Theater-Arbeit bekannt und auch in diesem Jahr sind wieder einige „alte Hasen" dabei, die man schon aus vorhergehenden Stücken kennt. Beispielsweise Johannes Droste, der als Dienstältester nun schon zum sechsten Mal mitspielt und den Grafen Öderland verkörpert. Und auch seine Kollegen wie Jochen Viebrock, Lena Wagner und Simon Weber standen schon häufiger auf der Bühne. Mareike Petermann hingegen ist zum ersten Mal dabei.

Gehen im Theaterspiel auf (von links): Mareike Petermann, Lena Wagner, Jochen Viebrock und Simon Weber. Foto: fh

Doch was benötigt man, um ein guter Schauspieler zu sein? Vor allem Talent - und vielleicht noch der Hang zur „Rampensau". „Man braucht eine gewisse Art von Selbstvertrauen, wenn es ums Schauspielern geht", betont Johannes Droste. Auf der Bühne müsse man aus sich rausgehen können, dazu eine gewisse Menschenkenntnis mitbringen, um sich in andere Menschen hineindenken zu können, und die notwendige Vorstellungskraft mitbringen, um sich in die verschiedenen Rollen einfühlen zu können.

„Spannend an der Schauspielerei ist vor allem, dass man sich auf der Bühne in vielen verschiedenen Richtungen zeigen kann, eben jemand anders ist und nicht man selbst", sagt Jochen Viebrock. Es sei eben gerade interessant, verschiedene Persönlichkeiten zu verkörpern: Mal spiele man einen psychisch Gestörten, dann wiederum einen eher unbeholfenen Typ und im nächsten Stück dann einen seriösen Anwalt. Dabei könnten auch durchaus schüchterne und schweigsame Menschen eine tolle Leistung bringen, weiß Gaby Reetz aus ihrer langjährigen Erfahrung zu berichten.

Und was bringt einem die Schauspielerei? „Es macht eben nicht nur Spaß, sondern unterstützt auch die persönliche Entwicklung und hilft mir im Unterricht weiter", findet Lena Wagner. „Man ist offener und verliert die Scheu vor Menschen zu sprechen", fügt Jochen Viebrock hinzu.

Das tollste Erlebnis für jeden Schauspieler ist es aber wohl, wenn das Publikum die erwünschten Rückmeldungen gibt und an der richtigen Stelle klatscht oder lacht. "Dann ist das Schauspielern fast wie ein Rausch", sagt Mareike Petermann abschließend.

 


22.01.2008

Auch in diesem Jahr will die Theater-AG des St.-Viti-Gymnasiums ihren vielen Fans wieder Unterhaltung, aber auch Stoff zum Nachdenken anbieten.

Moritat von Max Frisch steht auf Spielplan der Theater-AG
„Graf Öderland" feiert am 26. Februar Premiere am St.-Viti-Gymnasium - Samstag öffentliche Probe

Zeven (js). Die Theater-AG des St-Viti-Gymnasiums in Zeven studiert zurzeit eine Moritat von Max Frisch ein: „Graf Öderland". Premiere des Stückes ist am Dienstag, 26. Februar.

Weitere Aufführungen folgen am 27. und 29. Februar sowie am 1. März, jeweils um 20 Uhr in der Pausenhalle des Gymnasiums. Eine öffentliche Probe findet am kommenden Sonnabend, 26. Januar, ab 11 Uhr im Gymnasium statt.
„Graf Öderland" heißt das Stück von Max Frisch, das sich die Theater-AG des St.-Viti-Gymnasiums in diesem Jahr auf die Fahnen geschrieben hat beziehungsweise auf die Podeste der Pausenhalle bringen will.

Da wie in jedem Jahr noch vor den Osterferien gespielt wird, istder Zeitdruck groß, ebenso aber auch die Motivation der 35 Akti­ven, die sich mal wieder mit viel Lust, aber auch großer Intensität ihrem Vorhaben widmen.

Nachdem sich die Gruppe im vergangenen Jahr mit „Scherz, Satire, (und) Ironie" eines witzigen Stoffes angenommen hatte, geht es diesmal ernster zur Sache. Und die Theater-AG wäre nicht die Theater-AG, wenn sie sich nicht auch in diesem Jahr wieder einer inhalt­lichen und spielerischen Herausforderung stellen würde.

Der Reiz dieses Stoffs, der schon 1946 in Frischs Tagebüchern entworfen und 1951 zum ersten Mal aufgeführt wurde, liegt für sie vor allem in der Aktualität beziehungsweise Zeitlosigkeit des Themas. Ein braver Staatsanwalt steigt aus. Sowohl der Mörder, den er eigentlich anklagen soll, als auch er selbst halten den Überdruss einer Spaßgesellschaft und die Sinnlosigkeit des bürgerlichen Lebens nicht mehr aus. Das Leben im „Öden Land" wird ihm bewusst.

Und so zieht er mit der Axt durch das Land, „traumleicht für ihn, blutig nur für die Welt" (Frisch). Er ist Revolutionär und Ankläger zugleich, der zum Schuldigen wird und doch im höheren Sinn Ankläger einer verrückten Welt bleibt. Da gibt es Reden eines Innenministers, die denen eines Schäuble beim G-8-Gipfel 2007 täuschend ähnlich sind. Da gibt es Sätze eines Mörders, die eine Tat nachvollziehbar machen, obwohl sie so sinnlos ist, wie ihm das Leben plötzlich erscheint.
Da wird Kritik an einer Gesellschaft und ihrem Umgang mit Arbeit, Geld und Freizeit laut, der man sich auch heute nicht entzie­hen kann. Und da wird eine Macht in Frage gestellt, die der Freiheit wegen ergriffen wird und doch nur den alten Machtstrukturen gleicht.
Frischs Drama wurde nicht sehr oft auf die Bühne gebracht, aber es war eines seiner Lieblingsstücke. Zwei Gründe, die die Theater-AG mit ihrer Leiterin Gaby Reetz erst recht darin beflügeln, sich an seine Thematik heranzuwagen.
Wer Interesse hat, sich anzuschauen, wie die Gruppe sich mit diesem Stoff auseinandersetzt, der sollte die öffentliche Probe besuchen. Aufführungen nicht verpassen. Wer Zeit und Lust hat, auch unfertige und chaotische Momente auszuhalten, der sollte die öffentliche Probe am 26. Januar besuchen.


19.01.2008


Die siegreiche Gruppe "Migos AG" bei der Präsentation ihres elektronischen Lesegerätes "Sinoco". Fotos: js

Smarte "Jungmanager" im Härtetest
Sparkasse Rotenburg-Bremervörde lädt zum Unternehmensplanspiel "Management-Information-Game" ein

Zeven (js). Smarte, adrett gekleidete "Jungmanager" und "-managerinnen" waren die Hauptpersonen beim diesjährigen "Management-Information-Game" (MIG) am Donnerstagabend in der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde in Zeven.

Zwar machten alle drei Gruppen, bestehend aus Zwölftklässlern des St.-Viti-Gymnasiums, ihre Sache, die Präsentation einer neu entwickelten - fiktiven - Vorlesemaschine für die ebenfalls fiktive Kaffeekette Botchi, wirklich ausgezeichnet, aber es kann, wie so oft im wirklichen Leben, nur einen Sieger geben: In diesem Falle war es die "Migos AG", bestehend aus Stefanie Römer, Tina Bäuerle, Annika Meyer, Fee Kayser, Frederik Lohof, Ingmar Fröhlich und Simon Wehber, die 197 Punkte einfuhr und damit haushoch gewann.

Kennzeichnend für die Siegergruppe war neben ihrer souveränen Art der Präsentation auch die Tatsache, dass sie in der anschließenden Fragerunde, in der sie von Experten und Praktikern auf Herz und Nieren "gelöchert" wurden, wirklich keine Antwort schuldig blieb. Auf Platz 2 kam die Gruppe "Carrotech", die 132 Punkte einheimste, Platz 3 gab es für die Formation "Eread" mit 121 Punkten. Als Juroren fungierten wie in jedem Jahr Lehrer, Eltern sowie Vertreter zahlreicher Zevener Unternehmen.

Die Drittplatzierten "Eread" bei ihrer Präsentation.

Über die gute Resonanz, die das MIG in jedem Jahr findet, freute sich Bernhard Fitschen als Vertreter des Gastgebers Sparkasse Rotenburg-Bremervörde. In Bremervörde werde das MIG bereits zum zehnten Mal durchgeführt, in Zeven zum vierten und in Rotenburg zum ersten Mal, erklärte Fitschen den zahlreichen Zuhörern, wobei er scherzhaft von einem "Nord-Süd-Gefälle" sprach. Er verrate "keine Bankgeheimnisse", ließ Fitschen das Publikum wissen, wenn er den Umsatz der Wirtschaft vor Ort mit 2,5 Milliarden Euro beziffere. Er begrüßte den Leiter des St.-Viti-Gymnasiums, Elmar Wagener, sowie den Betreuer der Schüler, Dirk Röver, und den Koordinator des MIG, Andreas Mätzold vom Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft, von Fitschen als "Mr. MIG" bezeichnet. Dieser führte in die Zielrichtung von MIG ein, dessen Absicht es sei, wesentlich der Berufsorientierung der Schüler zu dienen. Die Hauptintention des in der Schweiz entwickelten MIG bestehe darin, Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe, die Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen bekunden, mit den vielfältigen und komplexen Wechselwirkungen zwischen Einzelunternehmen und Gesamtwirtschaft vertraut zu machen.

Unter anderem soll untersucht werden, wie sich einzelne Unternehmen unterschiedlichen gesamtwirtschaftlichen Situationen anpassen, wie Marktpartner und Konkurrenten auf bestimmte Unternehmensentscheidungen reagieren und welche gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen bestimmte Unternehmensentscheidungen überhaupt erst haben. Zur Vermittlung des betriebswirtschaftlichen Grundlagenwissens in dem einwöchigen Seminar hatten sich auch Führungskräfte der heimischen Wirtschaft zur Verfügung gestellt, allesamt ausgewiesene Praktiker.

Die Unterstützer und Sponsoren des MIG stellten sich und ihre verschiedenen Berufsfelder, in denen sie ausbilden, kurz vor. Beim anschließenden Imbiss bestand Gelegenheit, miteinander näher ins Gespräch zu kommen.


03.01.2008