Das Internet - Eine Erfolgsgeschichte

Anfang der 90er Jahre wurde das Internet der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seitdem hat sich vieles getan.

Die Anzahl von 45 Millionen Nutzern in 1995 ist auf über eine Milliarde in 2006 gestiegen. Bis 2011 soll sich diese Zahl Schätzungen zufolge auf zwei Milliarden erhöhen.

Das Internet boomt. Es ist eines der wichtigsten Medien überhaupt. Jeder kennt es, viele nutzen es, doch was genau bietet es eigentlich? Welchen Nutzen kann der Durchschnittsnutzer aus dem World Wide Web ziehen? Und kann er sogar selbst mit eingreifen, das Netz eigenhändig verändern?


Web 2.0

Zumindest die letzte dieser Fragen ist schnell vom Tisch: Allerdings. Die Weisen, auf die dies möglich ist, sind so vielfältig wie nie zuvor. Ob es sich um das Verbreiten von aktuellen oder geschichtlichen Informationen, das Bewerten und Rezensieren von Büchern und Filmen oder einfach nur um das Niederschreiben von persönlichen Gedanken handelt: Der User macht mit. An jeder Ecke kann er eingreifen und den Fundus an Informationen und Wissen, der im Internet für jedermann abrufbar ist, vergrößern. Web 2.0, so wird diese Form des Internets bezeichnet.
Wikipedia und Wikis

Eine der ersten Adressen, die meist genannt werden, wenn es um das Finden von Informationen im Internet geht, ist Wikipedia. Doch was genau verbirgt sich hinter dieser Wikipedia?

Ein Lexikon, wird man sagen. Kein gewöhnliches Lexikon allerdings. Sondern eine Enzyklopädie, die von Nutzern für Nutzer geschrieben wurde und laufend aktualisiert wird. Sämtliche veröffentlichte Texte sind von freien Mitarbeitern geschrieben worden; jeder kann für Wikipedia schreiben, sein Wissen weitergeben und somit den Bestand an Informationen in der Wikipedia vergrößern.

Müsste das bei vielen Tausend Mitgliedern nicht in einem großen Gewirr enden?

Nein, so die eindeutig zu gebende Antwort. Das Prinzip funktioniert seit 2001 einwandfrei und wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet.

Interessiert man sich für ein bestimmtes Thema, sucht eine Begriffserklärung oder benötigt Material für ein Referat oder Ähnliches, gibt man einfach ein Stichwort ein und lässt in den hunderttausenden Texten nach diesem suchen.

Selbst, wenn man nicht auf Anhieb das Richtige findet, sind in einem Artikel enthaltene Begriffe oftmals direkt mit anderen Texten verlinkt, in denen unter Umständen doch noch das steht, was man sucht.

In Windeseile findet man so meist brauchbare Artikel, die einen mit mehr oder minder vielen und nützlichen Infos versorgen.

Selbstverständlich ist ein Nachschlagewerk wie Wikipedia nicht vor Falschinformationen geschützt, ob mutwillig eingebracht oder aus Versehen. Doch liegt die Fehlerquote nicht höher als bei manchen gedruckten Lexika und absichtlich verbreitete falsche Texte werden dank der großen Gesellschaft um Wikipedia meist sehr schnell wieder gelöscht.

Die Software, die für Wikipedia benutzt wird, wird „Wiki“ genannt. Wikis existieren zu vielen verschiedenen Themen, so zum Beispiel zu Pferden, Berlin, Star Wars, und Indianern. Sie funktionieren alle nach demselben Prinzip wie Wikipedia: Jeder kann Artikel verfassen, editieren und seine Meinung dazu kundtun. Sucht man also nach noch mehr Fakten, als in der Wikipedia zu finden sind, kann es sich lohnen, nach einer eigenen Wiki zu forschen, die sich alleinig mit dem gesuchten Themenkreis beschäftigt.


Google - Das Imperium

Angefangen als Zwei-Mann-Garagen-Firma im Jahr 1998 hat Google einen beeindruckenden Werdegang hinter sich. Heute ist Google die bedeutendste und bekannteste Suchmaschine mit einem Marktanteil von über 90 % allein im deutschen Netz.

Das Google-Prinzip (und das von anderen Suchmaschinen wie Yahoo, Lycos oder Altavista) ist einfach: Drückt man einen oder mehrere Begriffe ein und anschließend auf Suchen, spuckt die Maschine prompt Websites aus, die ebendiese Schlüsselwörter beinhalten oder sich direkt mit ihnen befassen. Dies sind je nach Suchbegriff mal nur ein Dutzend, mal Millionen.

Die Treffer werden chronologisch vom besten Ergebnis bis hin zum schlechtesten aufgereiht; so hat man deutlich bessere Chancen, auf der ersten Seite etwas Nützliches zu finden als auf der zehnten. Stößt man nicht auf das Gewünschte, lässt sich die Suche spezieller gestalten, beispielsweise mit einem Minus. Sucht mach nach „st viti“, ist das erste angezeigte Ergebnis die St.-Viti-Homepage. Sucht man jedoch nach „viti -st“, wird „st“ von der Suche ausgeschlossen; die Seite der Schule wird ausgegrenzt und nicht mehr angezeigt.

Neben der Suche nach Infos auf Internetseiten kann die Suchmaschine Google noch einiges mehr: Unter anderem können Bilder gesucht oder Nachrichtenseiten und Internethändler durchstöbert werden. Auch als Taschenrechner kann sie eingesetzt werden: Rechnungen und Umwandlungen von Größen sind mit Google kinderleicht.

Doch Google ist nicht nur die Websuche. Das Unternehmen bietet viele verschiedene Dienstleistungen an, sein Einflussbereich ist gigantisch. Werbeanzeigen auf allen möglichen Seiten bringen Unsummen ein; Google Mail, Google Earth, Google Maps und Blogger sind bekannte und viel genutzte Dienste. In den USA ist die Firma inzwischen sogar in die Werbebranche im TV eingestiegen.

Ein Geheimtip für alle, die Google als Startseite haben, ist Blackle.com - wer etwas Strom sparen möchte, sollte überlegen, Google durch diese Seite zu ersetzen.
Musik - Die gemeinsame Sprache der Menschheit (Henry Wadsworth Longfellow)

Gesetzt der Fall, ich möchte etwas über Musik wissen. Okay, natürlich kann ich bei Wikipedia gucken. Oder googlen. Doch was, wenn mir die Artikel bei Wikipedia zu objektiv gehalten sind und ich bei Google nicht das finde, was ich will? Anders ausgedrückt, gibt es eine Website, die sich ausschließlich und im großen Stil mit Musik befasst?

Ja - so eine Seite gibt es. Last.fm nennt sie sich. Und auch sie steht im Zeichen des Web 2.0: Die User sind diejenigen, die die Seite überhaupt erst bestehen lassen.

Das Prinzip ist wiederum sehr einfach: Man lädt sich eine Software runter und lässt diese im Hintergrund laufen. Das einzige, was jetzt noch zu tun ist, ist, über den Computer Musik zu hören, beispielsweise mit Winamp oder dem Windows Media Player. Die Software erkennt währenddessen, was denn da gespielt wird und überträgt diese Daten zu der persönlichen last.fm-Seite des Benutzers - scrobbeln, so der Fachausdruck dafür. Auf dieser Seite wird alles gespeichert und archiviert, gleichzeitig zu der jeweiligen Band-Seite überspielt. Auf diese Weise errechnet last.fm mit allen Liedern, Alben und Artisten, die gescrobbelt werden, für jeden User einzeln und für alle gemeinsam eine gigantische Statistik.

Was hören die last.fm-User denn am meisten? Beatles, Radiohead, Red Hot Chili Peppers, soso.

Auch lässt sich unter anderem nachlesen, welche Lieder auf einem Album sind (allerdings oft fehlerhaft), welches Lied einer Band die meisten Hörer hat, welche Nutzer eine bestimmte Band am öftesten hören, zu welchem Genre einzelne Lieder zählen und welche User einen Musikgeschmack haben, der sich am stärksten mit dem eigenen deckt.

Seit Januar '08 lassen sich sogar viele Musikstücke nicht nur als 30-Sekunden-Probe, sondern in voller Länge anhören.

Dies alles macht last.fm zu der größten Häufung von Musikfans, die es im Internet gibt: Über 20 Millionen Leute nutzen last.fm und fügen den Datenbanken sekündlich mehr Informationen hinzu.

Eine andere große Website, die die Musik thematisiert, ist allmusic.com.

Wie bei last.fm ist hier zu vielen Bands eine kurze Biographie zu lesen; auch in punkto Hörproben ist allmusic der Seite mit den Scrobbels sehr ähnlich. Der wohl größte Unterschied zum Angebot von last.fm ist die Aufführung, Rezension und Bewertung von Alben und die deutlich zuverlässigere Angabe von Titeln auf diesen.

Lesen und lesen lassen

Ein anderes großes Gebiet der Kunst - die Literatur. Ja, genau, ich möchte etwas über ein bestimmtes Buch in Erfahrung bringen. Ich möchte wissen, ob es sich für mich lohnt, es zu kaufen.

Erste Anlaufstelle: Wikipedia. Hmm, ja, gefunden habe ich das Buch. Der Artikel ist ziemlich lang und ein Großteil der Handlung wird verraten. Nun gut, es ist eindeutig - ein lexikalisches Werk sagt mir vielleicht, welche Preise ein Buch gewonnen hat und wer der Mörder ist, aber es hilft mir nicht wirklich, mich zu entscheiden, ob ich das Buch auch wirklich haben möchte. Ich möchte viel lieber Erfahrungsberichte von Leuten sehen, die das Buch bereits gelesen haben.

Doch wo kann ich das tun?

Zum Beispiel bei buch.de. Unzählige Meinungen zu hunderten Büchern werden hier der wissbegierigen Leserschaft vorgelegt. Verraten wird nichts - es handelt sich um schlichte Mitteilungen von Ansichten über die Qualität der Bücher.

Gleichzeitig ist buch.de auch ein Shop. Soll heißen, wenn die Rezensionen einen von einem Buch überzeugt haben, kann man es sich auch gleich bestellen.

In dieselbe Sparte fallen auch bol.de und amazon.de. Das zu buch.de gehörende bol hat neben Literatur auch Musik, Filme, Software und Spielwaren im Angebot. Natürlich immer mit der Möglichkeit, die Artikel zu rezensieren.

Ebenso bei Amazon; mit dem Unterschied, dass es weniger speziell ist als die beiden anderen Sites. Sogar Sofas, Unterwäsche und Digitalkameras werden angeboten.

...mehr als tausend Worte

Wieder ein Themenwechsel: Bilder. Nein, keine auf Zelluloid gebannten Fotografien, die man sich in’s Wohnzimmer hängt. Einfach Bilder allgemein: Ob nun ein Bild vom Hochzeitstag der Eltern, das Paint-Gekritzel des kleinen Bruders oder das Titelbild des Stern von vor zwei Jahren - im Internet findet man manchmal mehr, als einem lieb ist.

Wenn ich ein Bild suche, ist die einfachste Methode eines zu finden sicherlich Google. Die Google-Bildersuche ist Gold wert.

Schön und gut, doch was mache ich, wenn ich Bilder nicht angucken, sondern Anderen zeigen möchte? Ich kann sie ja nicht einfach irgendwie in die Google-Bildersuche ziehen und fertig ist’s. Wie kann ich meine Fotos schnell und einfach veröffentlichen?

Nun, da wären zunächst einmal die Sites zum sogenannten Hosten von Bildern. Verständlicher ausgedrückt, Seiten, auf denen ich meine gespeicherten Bilddateien kostenlos ins Web hochladen kann. Wenige Klicks, und schon wird mir ein Link zum gerade hochgeladenen Foto angeboten. Diesen Link gebe ich nun meiner Freundin, meinem Onkel oder meinem Freund in Japan - ganz egal. Wer den Link kennt, kann sich das Bild (mein Bild!) ansehen und auch speichern.

Einige der bekanntesten Seiten sind imageshack.us und abload.de, jedoch ist die Anzahl der Anbieter nur schwerlich zählbar - man gebe zum Beispiel mal „bilder hosting“ bei Google ein und sehe selbst...

Nicht ganz dasselbe, jedoch durchaus vergleichbar sind Angebote wie flickr.com und Google Picasa. Man kann sie zwar auch dazu benutzen, wozu beispielsweise imageshack ausgelegt ist; der eigentliche Verwendungszweck ist jedoch ein anderer.

Vielmehr sind sie dazu da, virtuelle Fotoalben anzulegen, also alles, was man gerade an Bildern so zur Hand hat und gern im Web haben möchte, gesammelt auf einer Seite anzeigen zu lassen. Wird beim „normalen“ Bilderhosting zu jeder Datei eine Adresse angegeben, die man unmöglich erraten kann, wenn man sie nicht gesagt bekommt, kann man bei Flickr immer mal wieder in ein bestimmtes Album schauen und nachgucken, ob der Besitzer des Albums vielleicht ein neues Bild hochgeladen hat.

Ein solches Album ist euch noch immer nicht genug? Ihr wollt Kritik für eure Bilder? Auch für solche Leute bietet das Web 2.0 etwas: Kunstsammlungen wie z.B. deviantART. Hier meldet ihr euch an und ladet eure schönsten Fotos hoch. Andere User, denen diese gefallen, können nun Kommentare abgeben, eure Fotos zu ihren Favoriten hinzufügen oder euch beobachten, damit sie mitkriegen, wenn ihr neue Werke hochladet. Wie bekannt und stark frequentiert deviantART ist, kann man oben auf der Hauptseite sehen, wo die Anzahl der hochgeladenen Kunstwerke angezeigt wird - und sekündlich gewaltige Sprünge macht. Gebt euch also Mühe, sucht Freunde oder spezielle Gruppen und gebt fleißig Kommentare ab, und im Handumdrehen erhaltet ihr reichlich Feedback.

Eine ähnliche deutsche Seite ist die fotocommunity. Diese ist in ihrer Benutzung jedoch wesentlich weniger frei als deviantART.