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Ein Flaschentrockner. Ernsthaft?

Was passiert, wenn Siebtklässler erst lernen, was eine Skulptur und eine Plastik sind – und anschließend alles wieder infrage gestellt wird? Im Kunstunterricht des 7. Jahrgangs schien die Sache zunächst überschaubar: Plastik oder Skulptur? Masse- oder Raumvolumen? Realistisch, abstrahiert oder abstrakt? An Werken von Giacometti, Niki de Saint Phalle und George Segal wurde der Blick auf Figur, Material und Raum immer genauer. Und dann stand plötzlich die Kunstlehrerin auf einem Tisch. Mit einem Mülleimer auf dem Kopf. Eine Minute lang. Willkommen bei Erwin Wurm. Seine One Minute Sculptures erweiterten den bisherigen Skulpturbegriff ziemlich radikal. Nun waren die Schülerinnen und Schüler an der Reihe: Äpfel unter die Achseln, in den Mund und zwischen die Beine klemmen? Fünf Korken mit der Stirn gegen eine Wand drücken und dabei Rechenaufgaben lösen? Verrückte Handlungsanweisungen wurden umgesetzt – und der eigene Körper plötzlich zum Material einer Skulptur.

Den vorläufigen Höhepunkt bildete der Besuch der Ausstellung „SKULPTURAL“ in der Hamburger Kunsthalle. Dort traf das erarbeitete Wissen auf die Originale – und auf Marcel Duchamps Flaschentrockner.

Ein Alltagsgegenstand als Kunstwerk. Ernsthaft?

Wer entscheidet eigentlich, was Kunst ist? Muss ein Künstler etwas selbst erschaffen? Und reicht unsere Vorstellung von Skulptur überhaupt noch aus?

Mit mehr Fragen als zuvor ging es zurück nach Zeven, um über Kunst zu diskutieren.

Als nächstes wechseln die Schülerinnen und Schüler die Seite: vom Betrachten zum eigenen Gestalten.

Und dafür wird der Kunstraum erst einmal ziemlich unordentlich werden.

Fortsetzung folgt…

Text/Fotos/Video: KLM